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Vor der Bibliothek © Herrenhäuser Gärten

Schmuckbeet am Bibliothekspavillon

Arbeiten und Pflanzenwelt

Aktuelles aus den Gärten

Der Berggarten und der Große Garten können leider derzeit nicht besucht werden. Daher berichten wir an dieser Stelle, welche Arbeiten gerade in den Gärten anstehen und wie der Frühling in der Pflanzenwelt voranschreitet.

Im Großen Garten hält sich der Frühlingsaspekt noch in Grenzen, der Wegebau ist aber jetzt beendet - der Garten ist bereit für die bevorstehende Sommersaison.

In den Schmuckbeeten des Parterres blühen zweifarbige Narzissen auf. Ihre Pflanzpartner – bis auf die Stiefmütterchen – brauchen noch etwas Zeit bis zur Blüte. Insgesamt sind allein in diesem Gartenbereich fast 73.000 Frühblüher am Start.

Der Fürstliche Blumengarten wird bald ein Farbspiel in Orange zeigen. Noch sind die Blüten bis auf winzige knallrote Tulpen geschlossen. Im Gartenhof des Schlosses blühen auch schon Tulpen; hier dominiert die Farbe Goldgelb.

Der Buchsbaum ist gerade geschnitten worden, bei immerhin 15 Kilometer Buchshecken eine Mammutaufgabe. Vorsichtig wird der Grünschnitt aus den mit Kies verzierten Ornamenten gesammelt. Anschließend geht es an’s Jäten – das milde März-Wetter hat beste Wachtumsbedingungen für das Wildkraut geboten.

Beim Formschnitt der Taxuskegel ist Augenmaß gefragt - Gärtner Sebastian Dillmann gelingt das mit der Akku-Heckenschere.

Auch die Wasserspiele werden so langsam in Betrieb genommen. Die ersten Becken sind bereits mit Wasser gefüllt, die übrigen folgen in diesen Tagen. Eile ist ja nun nicht geboten - normalerweise würden am 1. April mit Beginn der Sommersaison die täglichen Wasserspiele starten. Etwa eine Woche vorher würden sie dann probeweise eingeschaltet und überprüft.

Vor dem Bibliothekspavillon blühen und vor allem duften weiße Hyazinthen - herrlich und allen Passanten zugänglich.

Die Beete im Schmuckhof des Berggartens lassen die bevorstehende Pracht schon erahnen. Tulpen, Narzissen und Kaiserkronen sind weit ausgetrieben. Dunkelblaue Perlhyazinthen und weiße sowie purpurfarbene Hyazinthen blühen bereits. Die leuchtend orangefarbenen Stiefmütterchen kombiniert mit violettem Goldlack sind jetzt schon etwas für’s Auge, ebenso die weiß-orangefarbenen Blüten der Narzissen. Und wie es hier duftet!

Hinter den Schauhäusern stehen die Zier-Kirschen und Magnolien in voller Blüte, ein Traum in Weiß-Rosa! Das finden auch Bienen und Hummeln, die zu Hunderten zwischen den Kirschblüten unterwegs sind. Leider hat der Frost in den letzten Nächten zugeschlagen und viele der Magnolienblüten dahingerafft...

Im Steingarten blüht leuchtend grün die Walzenwolfsmilch und auch die entzückende Kuh- oder Küchenschelle öffnet ihre Blüten.

Die Gärtnerinnen und Gärtner sind überall im Berggarten fleißig. Jäten, jäten, jäten heißt jetzt die Devise. Wilder Lauch, Giersch und andere Wildkräuter haben den milden Winter unbeschadet überstanden und sind auf dem Vormarsch. Zu dichte Horste von Stauden und Gräsern werden verkleinert, die Ränder des Bachbetts von Kraut befreit. Auch Mulch leistet gute Dienste, um dem Wildwuchs Herr zu werden. Dünger ist bereits ausgebracht, die letzten noch winterlichen Gräser und Sträucher werden zurückgeschnitten, die Baumscheiben von Kraut befreit. In wenigen Tagen können die Mammutblätter abgedeckt werden. Sie treiben unter ihrer Winterschutzschicht schon aus und streben zum Licht. Der Bach ist aus dem Winterschlaf geweckt worden und sein Plätschern begleitet den Weg durch den Staudengrund.

Die Gewächshäuser des Berggartens beherbergen die Kinderstube der Herrenhäuser Gärten. Hier wollen gerade Tausende Sommerblumen gepäppelt werden, die für die Schmuckbeete bestimmt sind. Bis sie ab Mitte Mai ausgepflanzt werden, müssen sie gewässert und zum Teil für einen kompakten Wuchs gestutzt werden. In Paletten gezogene Sämlinge werden erst einmal getopft. Die Mühe bei der Pflanzenaufzucht lohnt sich – in dieser Qualität und Menge wären die Sommerblumen im Handel nicht verfügbar.

Das Orchideenschauhaus ohne Orchideen – so "pur" ist es sonst nie zu sehen. Da die wertvollen Pflanzen derzeit nicht bestaunt werden können, bleiben sie in ihren Anzuchtquartieren. Dort sind sie am besten aufgehoben und versorgt. Je nach ihrer Herkunft bzw. ihren Standortansprüchen sind sie in sieben unterschiedlich temperierten Bereichen auf insgesamt 1.000 Quadratmeter Fläche untergebracht. Insgesamt umfasst die Sammlung etwa 25.000 Orchideen.

Hygiene wird in den Orchideenhäusern übrigens immer groß geschrieben, nicht nur in Zeiten von Corona. Akribisch werden die Scheren nach jedem Einsatz abgeflammt, damit keine Viren und Bakterien von Pflanze zu Pflanze übertragen werden. Die Scheren kommen tatsächlich ständig zum Einsatz: Alle zwei bis drei Jahre werden die Orchideen in frisches Substrat aus Pinienrinde verpflanzt und dabei verjüngt. Bei der Menge an Pflanzen zählt das zu den Routinearbeiten der Gärtnerinnen und Gärtner.

Stand: 31. März 2020. Fortsetzung folgt!