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Herrenhäuser Gärten

Ein neues Schauhaus für den Berggarten

Das neue Schauhaus nimmt Formen an: Der Siegerentwurf aus dem Architekturwettbewerb ist in der Planungsphase.

Das Preisgericht des Architekturwettbewerbs hatte Anfang 2019 drei Architekturbüros für ihre Entwürfe ausgezeichnet. Siebzehn Architekturbüros hatten sich an einem von der Landeshauptstadt Hannover ausgelobten Wettbewerb beteiligt. Den ersten Preis gewann das Büro SEP ARCHITEKTEN Hannover. In der Begründung der Jury heißt es: Die Arbeit lehne sich an die klassische Gewächshausarchitektur an. Das heiter und leicht erscheinende Gebäude füge sich wie selbstverständlich in die Architektur des Berggartens ein. Zugleich stelle es sich durch seine Aus- und Einbuchtungen als Sonderbaustein mit kristallin erscheinender Formensprache dar. Der zweite und dritte Preis ging an die Büros HÜBOTTER+STÜRKEN+DIMITROVA aus Hannover und FRÖLICHSCHREIBER & Thomas Fischnaller aus Berlin. Anerkennungen erhielten die Büros Florian Nagler Architekten aus München und HAAS Architekten BDA aus Berlin.

Der Berggarten wird von dem Neubau des Schauhauses sehr profitieren. 2021 ist als Baubeginn geplant, 2022 soll das Haus eingeweiht werden. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die Region Hannover. Sie stellt Fördermittel in Höhe von einer Million Euro für den Bau des Hauses bereit. Insgesamt sind fünf Millionen Euro für das Bauprojekt veranschlagt.

Ausstellungs- und Schauhaus mit drei Bereichen

Seit Jahren planen die Herrenhäuser Gärten ein neues Schauhaus für den Berggarten, angefangen von der Idee über einen groben Kostenrahmen und die Finanzierung bis zur Abstimmung des Standorts mit dem Denkmalschutz. Direktor Ronald Clark erläutert, warum das neue Haus so wichtig für den Garten ist: „Vor allem in den Wintermonaten können wir unseren Besucher*innen viel mehr bieten, unter anderem Zitruspflanzen oder Kamelien. Aus Platzmangel können wir diese wunderbaren Sammlungen bisher nicht in Blüte präsentieren. Hinzu kommt, dass das alte Kanarenschauhaus ersetzt werden muss. Es ist nach 40 Jahren abgängig und auch viel zu niedrig. Außerdem wollen wir die tropische Riesenseerose wieder in den Garten bringen. Im Winter sollen sich Schmetterlinge im Seerosenhaus tummeln – ein zusätzlicher Publikumsmagnet im Berggarten!“.

Für das neue Schauhaus ist eine Fläche von tausend Quadratmetern im Bereich des jetzigen Kanarenhauses vorgesehen. Mit einer Höhe von bis zu neun Metern bietet es auch für Gehölze und hoch aufragende Blütenstände Raum. Es ist in drei Bereiche gegliedert: In einem Teil des Neubaus sollen die Pflanzen der Kanarischen Inseln und des Mittelmeerraums endlich in die Höhe wachsen können. Ein zweiter Teil bietet zusätzliche Ausstellungsflächen für Pflanzenschätze des Berggartens sowie eine WC-Anlage. Zwischen den Sonderausstellungen lädt das Haus als Wintergarten mit großen Kübelpflanzen und Sitzgelegenheiten zum Besuch ein. Im dritten Bereich kann die tropische Riesenseerose in einem speziellen Warmwasserbecken erblühen. Da diese imposante Pflanze im Winter einzieht, können dann dort exotische Schmetterlinge zusätzliche Gäste anlocken.

Schauhaus-Tradition im Berggarten

Schauhäuser spielten schon im 19. Jahrhundert eine große Rolle im Berggarten. So gab es mehr als 20 Häuser, zum Beispiel für die Kultur von Palmen, Eriken, Pelargonien, Kamelien und auch der tropischen Seerose Victoria. Im Berggarten konnte man sie 1851 erstmals auf dem europäischen Festland bestaunen. Auf alten Fotos sieht man kleine Kinder auf ihren erstaunlich stabilen Blättern sitzen. Noch heute sind die Sammlungen des Berggartens von internationalem Rang. Auch die Kanaren-Sammlung hat bundesweit einen sehr hohen Stellenwert und ist in Norddeutschland einmalig. Doch das Schauhaus ist zu niedrig für Phönixpalmen, Kanarische Kiefern oder stattliche Erdbeerbäume, die buchstäblich „durch die Decke wachsen“.

Im Bereich des alten Kanarenschauhauses soll das neue dreigeteilte Schauhaus entstehen.