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Ausstellungen

Große Nase, dicker Bauch

Porträtkarikaturen von 1700 bis heute zeigt diese Ausstellung vom 26. Mai bis 12. August im Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst.

Kritik an gesellschaftlichen Zuständen oder an Machtmissbrauch – das sind seit jeher Botschaften der Porträtkarikatur. Gerade die Geschichte der Karikatur zeigt eindrucksvoll, welch wichtige Rolle die Bildsatire in den vergangenen Jahrhunderten im Kampf um Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit gespielt hat: Die Ausstellung "Große Nase, dicker Bauch. Porträtkarikaturen von 1700 bis heute" zeigt diese lange Tradition. Über 84 Werke aus fünf Jahrhunderten wurden dafür ausgewählt: Sie markieren historisch bedeutsame Entwicklungen und geben zugleich Aufschluss über die künstlerische Qualität der Karikatur.

Bereits im 18. Jahrhundert zeigt beispielsweise R. St. George Mansergh (tätig 1770–1778) spöttisch mit "Timothy Tallow, and his Wife, going to Graves Hall, on a Sunday", 1772, das dem Menschen nichts Menschliches fremd ist. Das Ehepaar Tallow wirkt auf seiner Kutschfahrt zur Gräberhalle keineswegs betrübt, sondern nutzt die Privatheit der Anreise glücklich versunken für Liebesspiele.

Im 19. Jahrhundert ebnet das aufkommende Zeitungswesen der Karikatur den Weg zum Massenmedium: Das drucktechnische Verfahren der Lithografie erlaubt eine schnelle Produktion von Bildern in hoher Auflage und begünstigt so das Entstehen satirischer Zeitschriften. Ein Meilenstein ist die Gründung des "Simplicissimus" im April 1896. Die Zeitschrift zielte auf die wilhelminische Politik, die bürgerliche Moral, die Kirchen, die Beamten, Juristen und das Militär. Zu den bekanntesten Zeichnern gehören Karl Arnold (1883–1953), Olaf Gulbransson (1873–1958), Eduard Thöny (1866–1950) oder Rudolf Wilke (1873–1908).

Die ausgestellte Porträtkarikatur hat auch im 20. und 21. Jahrhundert viele Facetten: Sie reicht von Claus Arnold (1919–2014) "Variation über ein Thema von Gernreich (1)", 1964, die sich mit der Präsentation des ersten "Oben-ohne-Badeanzugs" von Modedesigner Rudi Gernreich beschäftigt, auf den nicht nur eine prüde amerikanische Öffentlichkeit entsetzt reagiert hatte – bis hin zu Erich Sokols (1933–2003) "Bill Clinton", o. J, in der der ehemalige US-amerikanischer Präsident mit Zigarre im Mund gleich mit vier Strohhalmen aus einem Pappbecher mit Monika-Lewinsky-Aufdruck trinkt. 

Auch Fußballfans kommen in dieser Ausstellung übrigens auf ihre Kosten: 

Volker Ernsting (*1941) hat Fußballgrößen wie Jupp Derwall – Fußballspieler und Trainer – höchst unterhaltsam karikiert. Die Exponate der Ausstellung stammen alle aus der Sammlung des Museums Wilhelm Busch, die einen reichen Bestand an historischen wie zeitgenössischen Karikaturen aufweist.

Termin(e): 26.05.2018 bis 12.08.2018
dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 11:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst

  • Georgengarten 1
  • 30167 Hannover
Preise:
Eintritt 6,00 Euro
Ermäßigt 4,00 Euro