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Links und rechts ein Porträt von Hanns Lothar, in der Mitte ist er mit einer Filmkamera zu sehen © Filminstitut Hannover

Hanns Lothar

Filmstadt Hannover - Hanns Lothar

Am 10. April 2019 wäre der hannoversche Schauspieler Hanns Lothar 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Kino im Künstlerhaus eine Werkreihe mit ganz unterschiedlichen Filmen seines kurzen Schauspieler-Lebens.

Das Bild zeigt Hans Lothar. © Filminstitut Hannover

Ein Bild von Hans Lothar.

Mit nur 37 Jahren stirbt Hanns Lothar 1967 an einer Nierenkolik. Geboren als jüngster der drei Neutze-Brüder 1929 in Hannover, gehört Hanns Lothar Neutze, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, im Alter von gerade einmal 16 Jahren bereits zum Ensemble der Städtischen Bühnen in Hannover. Hanns Lothar profiliert sich schnell als äußerst vielseitiger und wandlungsfähiger Darsteller. Die unterschiedlichsten Rollen verkörpert er dabei höchst präsent und sehr präzise, doch vergleichsweise unprätentiös und scheinbar leicht stets aus dem Bauch heraus.

Zum Film kommt Hanns Lothar 1948, den großen Durchbruch auf der Leinwand schafft er jedoch erst 1959 in der Thomas Mann-Verfilmung Buddenbrooks. Für seine außergewöhnliche Darstellung des Christian Buddenbrook wird er mit dem Filmband in Silber als Bester Nebendarsteller sowie dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Ein Jahr später erhält er ein Filmband in Gold für die eindrucksvolle Verkörperung des Strafverteidigers Dr. Fox in Wolfgang Staudtes sozialkritischem Gerichtsfilm Der letzte Zeuge.

Jetzt wird Hollywood auf ihn aufmerksam: In nachhaltiger Erinnerung bleibt Hanns Lothar 1961 als Hacken schlagender Sekretär Schlemmer in Billy Wilders Ost-West-Satire Eins, Zwei, Drei. In den folgenden fünf Jahren verkörpert Hanns Lothar mehr als 20 Film- und Fernsehrollen, und immer öfter sind es Hauptrollen. Seine erste hat er 1964 in dem Fernsehdrama Flug in Gefahr, dann folgen vor allem Kriminalfilme unter der Regie von Jürgen Roland und anderen. Zum letzten Mal sieht man Hanns Lothar 1966 als Modeschöpfer Emilio Cavin in Alfred Vohrers Krimikomödie Lange Beine – Lange Finger auf der Leinwand.

In unserer Werkreihe zu Hanns Lothar zeigen wir in erster Linie Filme, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind, und präsentieren dabei zugleich einen bunten Mix an Genres: Mit einem Gerichts- und einem Kriminalfilm, einem Flugzeugdrama, einer kuriosen Parabel, einer Gesellschaftssatire und einer heiteren Sommerkomödie zeigen wir an sechs Abenden den Facettenreichtum des schauspielerischen Ausnahmetalents von 1960 bis 1965. Ein einführender (Film-) Vortrag rundet das Bild ab und zeigt die einzelnen Stationen seiner kurzen Karriere.