Philosophisches Kino

In Kooperation mit der Philosophischen Praxis OIKOS.

Blick durch Projektorobjektiv

Jeder Film mit einem philosophischen Einführungsvortrag von Dr. Achim Sohns.

Für den deutschen Philosophen Immanuel Kant galt das Leben als das "Vermögen einer Substanz, sich aus einem inneren Prinzip zum Handeln, [...] zur Veränderung [...] zu bestimmen."

Das Leben wäre somit ein sinnhafter, selbstreferentieller, aus sich selbst heraus bedingter Prozess. Das Warum der Prozesse (nach Kant das "Ding an sich") ist dem Menschen nicht zugänglich.  Das Leben wäre damit von der unbewegten Materie oder der Maschinenwelt der Menschen zu unterscheiden. Ist das noch so?

Wie verhält und verändert sich das menschliche Denken und sein Bewusstsein, die Betrachtung des unbekannten, enigmatischen ‘Warum’, wenn die neuen Technowissenschaften, als Verbindungen von wissenschaftlichen, technologischen, und ökonomischen Praktiken, die Natur als Werkzeugkasten verstehen, in der die Evolution durch menschengemachte “Re-Designs” unter ökonomischen Gesichtspunkten optimiert werden soll? Wenn auf das rationale Erfassen von Naturgesetzen, ihr “Engineering” folgt? Das individuelle Leben soll schon heute durch Genetic Engineering, Xenotransplantation und nachgezüchtete Organe, das "Design" von Emotionen und Gedanken und Designer-Babies neu modelliert werden. Die künstliche Intelligenz von Maschinen, die kommunizieren und sich autonom weiterentwickeln, ersetzt den Menschen zumindest in Teilbereichen.

Im "Designer"-Zeitalter verschwimmen die Grenzen zwischen technischer und natürlicher Körperlichkeit, menschlicher und künstlicher Intelligenz zusehends.

Was bedeutet es für das menschliche Selbstbewusstsein, wenn sich zum einen Maschinen in selbstreferentiellen Prozessen autonom weiterentwickeln und zum anderen Menschen künstliche von Maschinen oder rein gentechnisch gefertigte Bestandteile, Maschinenteile, in sich tragen? Welche Gefühle haben Cyborgs? Wird der emphatische Homo ludens, der spielende Mensch, überflüssig oder bilden die neuen Verbindungen eine neue Realität und Qualität?

Davon handelt die Reihe philosophischer Filme im Koki:

"Blade Runner" behandelt das Menschliche im menschlichen Klon und noch viel mehr.

"Ghost in the shell" exponiert den transhumanistischen (Alb-)Traum vom optimierten menschlichen Körper.

"Ex machina" handelt von der Möglichkeit und dem Freiheitsdrang der künstlichen Intelligenz

"Minority Report" handelt von der Voraussagbarkeit menschlichen Handelns in einem modernen Überwachungsystem

Weitere Informationen zur Philosophischen Praxis Dr. Achim Sohns: www.oikos-sohns.de