Philosophisches Kino

Außer Atem / Au bout du souffle

Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo

Jean-Luc Godard, Frankreich 1960, 88 Minuten, Französisches Original mit deutschen Untertiteln

mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg

Vortrag von Dr. Achim Sohns

Jean-Paul Belmondo

Der Kleinkriminelle Michel Poiccard ist mit gestohlenem Wagen auf dem Weg nach Paris. Auf der Landstraße schießt er mit einem gefundenen Revolver ziellos aus dem Fenster und erschießt während einer Kontrolle, einen Polizisten. Zurück in Paris will er seine Geliebte Patricia Franchini zur Flucht zu überreden. Die amerikanische Studentin ist in Paris, um Journalistin zu werden. Während Poiccard versucht, Geld aufzutreiben, gerät er zusehends in die Schlinge des Inspektors Vital. Patricia muss sich entscheiden: Den Liebhaber schützen oder sich eine Zukunft als Reporterin sichern ...

Jean-Luc Godard schuf mit seinem Debutfilm Außer Atem einen zentralen Beitrag zum Existenzialismus im Kino, der sich nicht nur durch seinen Inhalt, sondern auch durch seine Form ausdrückte.

Godard sprengt bis dato etablierte Formen: Er nutzt Jump Cuts, macht am laufenden Band Zeit- und Ortssprünge, hält den Film in einem dokumentarischen Stil, der dem Ganzen eine gewisse Beiläufigkeit verleiht. Er wollte keine in sich abgeschlossene Geschichte, sondern kurze, zufällige, teilweise improvisierte Ausschnitte einer fiktiven Welt. Godard rückte seine Figuren und nicht die Handlung in den Mittelpunkt. Ziel war, den Limitierungen von Logik und Zeit zu entkommen. Die Auflösung der Formen folgt der Entwurzelung der Lebenswege der Protagonisten.

Patricias Aussagen zum Verhältnis von Freiheit und Unglück oder ihre Frage nach dem Nichts und dem Leiden sind philosophischer, existenzialistischer Herkunft. Michels grundloser Mord am Polizisten erinnert an eine Szene aus Camus‘ Der Fremde. Der Tod ist ein zentrales Thema des Existentialismus. „Unsterblich werden, und dann sterben“, sagt Parvulesco (Jean-Pierre Melville). Als Michel zuletzt getroffen zu Boden geht, sagt er „Es ist wirklich zum Kotzen“ und schließt mit den Fingern seine eigenen Augen. Sartres‘ Begriff des Ekels ...

Was tun wir, wenn unser gewohntes Koordinatensystem wegzufallen scheint?

Termine

30.10.2022 ab 19:00 Uhr

Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover

Standard

6,50 €

Ermäßigt

4,50 Euro / Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger*innen und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.

Freier Eintritt

Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber*innen gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -Vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 13.00 bis 17.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.