Philosophisches Kino

Hiroshima mon amour

Alain Resnais, Frankreich/Japan 1959, 90 Minuten, Französisches Original mit deutschen Untertiteln

Drehbuch: Marguerite Duras

mit Emmanuelle Riva, Eiji Okada, Stella Dasssas, Pierre Barbaud, Bernard Fresson

Vortrag von Dr. Achim Sohns

Schild im Kassenbereich

Eine französische Schauspielerin versinkt am unmöglichem Ort Hiroshima in einer leidenschaftlichen Liebe mit einem japanischen Geschäftsmann, der dort seine Familie verloren hat. Ihre eigene Kriegserfahrung, auch als Liebende eines getöteten deutschen Soldaten verstärken das Gefühl der Entfremdung. Schon die berühmten ersten fünfzehn Minuten zeigen dies: Auf eine magische Liebesszene in bestechenden Schwarz-Weiß-Großaufnahmen folgt ein unheimlich schwermütiger Dialog, der mit Opferbildern der Atombombenexplosion vom 6. August 1945 unterlegt ist.

Resnais‘ Werk besitzt kein spezifisches Thema, an dem es sich abarbeitet, sondern subjektiviert seine Erzählung: Die Gegenwart, die Vergangenheit, die Träume, Erinnerungen und Gefühle der Protagonist*innen gleiten ineinander über, vermischen sich, verblassen. Die Dialoge der Schriftstellerin Marguerite Duras prägen den Film mit, die von Resnais die Anweisung bekam, statt eines Drehbuchs Literatur zu schreiben.

Resnais‘ Bildcollagen führen in ein Zwischenreich des (Un-)Möglichen, in dem die Oberfläche wenig Bedeutung hat, während das Nicht-Gezeigte die Komplexität der Gefühle betont. Eine alles prägende Agonie, gedankenverlorene Monologe, die scheinbar Gedichtform innehaben und die bleierne Stimmung dominieren den Film.

Ist Corona eine Zwischenzeit des (Un-)Möglichen?

Der Filmkritiker Raymond Bellour sprach in Bezug auf den Film und die Nouvelle Vague von einer historischen Dimension, die durch die humanen Katastrophen wie den Holocaust und die Atombombe in das Bewusstsein der Intellektuellen und Künstler getreten war. Eine lineare, konventionelle Dramaturgie konnte sich diesem Phänomen kaum angemessen nähern. Die Realitätswahrnehmung war im wahrsten Sinne zerrissen. Das Absurde löst zuletzt auch die Struktur des Films auf.

Termine

18.09.2022 ab 19:00 Uhr

Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover

Standard

6,50 €

Ermäßigt

4,50 Euro / Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger*innen und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.

Freier Eintritt

Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber*innen gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -Vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 13.00 bis 17.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.