Psychoanalyse und Film

Parasite

Szene aus Parasite

Bong Joon Ho, Südkorea 2019, 131 Minuten, deutsche Fassung

Anschließend Referat und Diskussion mit Steffen Burghardt (ärztlicher Psychotherapeut/Psychoanalytiker)

Szene aus Parasite

mit Song Kang Ho, Choi Woo shik, Park So Dam, Chang Hyae Jin, Lee Sun Kyun

Der Sohn einer armen Familie ergaunert sich den Job eines Privatlehrers bei einer neureichen Familie und bringt nach und nach seine Angehörigen in dem lichten Haus über der Stadt Seoul unter. Allerdings entpuppt sich der Gegensatz von Arm und Reich, Oben und Unten, Wirt und Parasit im Laufe der Handlung als mehrdeutig, bis ein sintflutartiger Wolkenschauer die Statik der Verhältnisse gänzlich zum Einsturz bringt. Die stylische Gesellschaftsgroteske schraubt sich in immer absurdere Höhen, handelt im Kern aber von einer Gesellschaft, in der Gier und Maßlosigkeit das Verhalten bestimmen. Ein souverän inszenierter Genre-Hybrid aus Drama, Farce und Parabel, der über die koreanischen Verhältnisse hinaus auf eine fundamentale Kritik des westlichen Lebens-, Arbeits- und Konsummodells zielt. (Filmdienst)

Es stinkt zum Himmel. Oder genauer bis in der Oberstadt. Aber was ist es genau, was da so stinkt.? Das, womit man sich nicht gesehen fühlt, nicht gesehen wird, bleibt einem selbst unbekannt, und doch kann es einen antreiben, um dem eigenen Unbekannten zu entkommen, nicht (mehr) mit ihm in Kontakt zu kommen, denn das würde Scham auslösen. Ein unverschämtes Vorgehen scheint der Schlüssel zum schnellen Erfolg; man muss das Beschämende nur weit genug von sich wegbringen, bis man es nicht mehr riechen kann, am besten sich seiner entfremden, so als würde es irgendwo da unten hingehören. Stattdessen holt es einen aber gerade erst dadurch ein, wird es ruchbar. Sowohl den auf diese Weise erreichten Status quo aufrechtzuerhalten, als auch so weiter nach oben zu kommen, erweisen sich als immer schwieriger und komplizierter und enden in einer Katastrophe. Der Regisseur Bong Joon-ho zeigt, welche Dynamik und explosive Kraft insbesondere durch Scham induzierte und mit ihr einhergehende Spaltungen in Gesellschaft und Psyche entwickeln können. Steffen Burghardt

Termine

06.03.2023 ab 19:30 Uhr

Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover

Standard

7,50 €

Ermäßigt

5,50 Euro / Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger*innen und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.

Freier Eintritt

Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber*innen gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -Vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 13.00 bis 17.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.