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Sushikino

Engel der Verlorenen

Akira Kurosawa, Japan 1948, 98 Minuten, japanisches Original mit deutschen Untertiteln

Mit Toshirō Mifune und Takashi Shimura

Im Bild zu sehen sind in schwarz-weiß zwei Männer, die sich misstrauisch anblicken. Der linke Mann verarztet dem anderen gerade die Hand. © trigon-film.org

Szene aus Engel der Verlorenen

Kurosawa war ein Meister der Genres. Der Kriminalfilm und vor allem das Samuraikino haben ihm einige ihre größten Schätze zu verdanken. Doch Kurosawa kann auch abseits davon. Eine seiner feinsten Qualitäten sind Dramen über Menschen im Abseits. Zu diesen gehört auch „Engel der Verlorenen“, welcher den Durchbruch für den Regisseur und seinen Lieblingsdarsteller Toshirō Mifune markiert.

Der Film handelt von dem schnapssüchtigen und stets sarkastischen Doktor Sanada und einem Gangster namens Matsunaga. Die Wege der Männer kreuzen sich, als bei Matsunaga Tuberkolose diagnostiziert wird. Keine seltene Diagnose im verarmten Nachkriegsviertel, welches von einem vollgemüllten Tümpel durchzogen wird. Widerwillig nimmt sich der Mediziner des zunehmend schlimmer werdenden Falls an, doch sein Patient widersetzt sich der Behandlung. Schließlich muss er seinen Rang im Viertel behalten und für seine Gangster-Reputation kämpfen.

Was Kurosawa dem Zuschauer hier zeigt, hat nichts mit den epischen Gemälden seiner Samuraiklassiker zu tun. „Engel der Verlorenen“ zeigt Menschen im Elend, im Schmutz, im Abseits der Gesellschaft und der Moral. Alles was ihnen geblieben ist, sind Schutzpanzer aus fragwürdigen Ansehen und bitterem Zynismus. Immer wieder glimmt ein Funken Menschlichkeit auf, der es jedoch schwer hat sich gegen den amoralischen Morast zu beweisen. Passend dazu nutzt Kurosawa hier statt seinen sonst favorisierten Elementen wie Regen, Feuer oder Nebel eher ein durchdachtes Spiel von Licht und Schatten. Dies gibt dem Film eine einzigartige Textur und drückt gleichzeitig die widersprüchliche Moral seiner Figuren aus. Ein bewegender Film, der bereits alle stilistischen Merkmale des Meisters der Bewegung beinhaltet.

Joris Coerdt

Termin(e): 26.01.2020 ab 18:00 Uhr
Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
6,50 Euro / 4,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.