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12. Türchen: Jingle Jangle Journey - Abenteuerliche Weihnachten

„Was macht ein schwarzer Regisseur, wenn sein Sohn mal einen Weihnachtsfilm sehen will, in dem nicht alle Figuren weiß sind? Er dreht das mitreißende Musical "Jingle Jangle Journey".“ Süddeutsche Zeitung

Jingle Jangle Journey - Abenteuerliche Weihnachten
(USA 2020, 122 Minuten) Fantasyfilm/Musical
https://www.youtube.com/watch?v=NIJdPOKTIaA

Handlung

Er war einmal der legendärste Spielzeugmacher und größer Erfinder aller Zeiten: Jeronicus Jangle (Forest Whitaker) machte die Menschen glücklich und hatte seinen eigenen Laden. Doch dann wurde er von seinem Schützling Gustafson (Keegan-Michael Key) bestohlen. Jahrzehnte später arbeitet er für den Geschäftsmann Delacroix (Hugh Bonneville), dem er eine bahnbrechende Erfindung versprochen hat, die alles in den Schatten stellen wird. Während Delacroix langsam ungeduldig wird, ist der kleine Roboter Buddy schon kurz vor der Fertigstellung – doch dann tritt Jangles ehemaliger Schützling wieder auf den Plan und bestiehlt ihn erneut. Gemeinsam mit seiner einfallsreichen Enkelin Journey (Madalen Mills) muss sich der Spielzeugmacher seine Erfindung zurückholen.filmstarts.de

Fun-Facts

„Was macht ein schwarzer Regisseur, wenn sein Sohn mal einen Weihnachtsfilm sehen will, in dem nicht alle Figuren weiß sind? Er dreht das mitreißende Musical "Jingle Jangle Journey".“

So drückte es Doris Kuhn von der Süddeutschen Zeitung aus. Ein klassischer Weihnachtsfilm mit hellem Schnee auf dunklen Tannen und einer wunderbar goldenen Lichtstimmung die eine viktorianisch angehauchte Kleinstadt erhellt. Was man allerdings noch nie zuvor in einem Weihnachtsfilm gesehen hat, sind schwarze Hauptdarsteller*innen. Das ist ein Armutszeugnis und eine bittere Wahrheit, über die es sich trotz lockerer Adventsstimmung mal nachzudenken lohnt. Bei den meisten Filmen mit überwiegend schwarzem Cast handelt es sich um Dramen. Dabei steht oft die Tatsache, dass es sich bei den Figuren um BiPoC (Black and Indigenous People of Color) handelt, im Vordergrund.

Doch nicht so bei Jingle Jangle Journey. Der Film ist revolutionär ohne es zu erzwingen, denn er normalisiert eine Welt die längst Normalität sein sollte, es aber nicht ist. Er gibt Kindern mit der Figur der erfinderischen Journey Jangle eine schwarze Identifikationsfigur, die selbstbewusst und gewitzt ist. Es ist diese unterbewusste Beeinflussung durch Filme, die mehr Gestaltungsmacht hat, als ihr meist beigemessen wird. David E. Talbert, Regisseur des Films, wusste das und schuf etwas, worauf viele junge BiPoC wohl lange warteten.

Der Film ist alles andere als minimalistisch gehalten, sowohl bei den Spielzeugen von Jeronicus Jangle, als auch bei den Outfits der Figuren wurde an nichts gespart. Und es hat sich gelohnt! Der Film wurde 2021 mit dem Black Reel Award in der Kategorie Bestes Kostümdesign ausgezeichnet. Die viktorianischen Kleider und Frisuren sind sowohl historisch entsprechend als auch schön anzusehen, und das aufwändige Bühnenbild entfaltet eine ganz eigene Magie.

Und dann ist da noch die Musik. Man muss schon ein Fan von Musicals sein, um diesen Film genießen zu können. Ansonsten gehen einem die Songs irgendwann auf die Nerven, auch wenn „Make it work“ von Promi John Legend geschrieben und gesungen wurde. Die Tänze und Choreografien sind sehr gelungen und das Gesamtbild ist familienfreundlich und weihnachtlich-magisch. Allzu tiefgründig muss ein Weihnachtsfilm ja auch nicht sein, oder?

Wo schauen?

Netflix