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16. Türchen: 10 Top Verfilmungen von Charles Dickens "A Christmas Carol" Teil 2

Die weihnachtliche Erzählung von Charles Dickens wurde einige Mal verfilmt. Bei Wikipedia gibt es insgesamt 37 Einträge für Kino- und Fernsehadaptionen! Einige halten sich genau an die Literaturvorlage, andere parodieren sie. Es tauchen Stars auf, wie Bill Murray oder Kermit von der Muppetshow. Es wurde geschauspielert und animiert. Die 10 sehenswertesten Filme möchte ich euch heute und morgen chronologisch vorstellen, viel Spaß!

Die Muppets-Weihnachtsgeschichte
(USA 1992, 82 Minuten)

Nach Micky Maus und seinen Freund*innen interpretieren nun auch die Muppets Charles Dickens‘ weihnachtliche Erzählung „A Christmas Carol“ neu. Abgesehen von Scrooge, seinem Neffen, seiner Jugendliebe und einigen Statist*innen, werden alle Rollen von den liebenswerten Puppen übernommen. Der Film hält sich recht genau an die Literaturvorlage, aber mit Kermit und Miss Piggy macht das Ganze doppelt so viel Spaß! Außerdem hat die Disney-Produktion mit ihren Gesang- und Tanzeinlagen echten Musicalcharakter. Was viele allerdings nicht wissen: Wir erfreuen uns Jahr um Jahr an einer gekürzten Version des Films. Es fehlt das zweiminütige Lied „When Love Is Gone“, das Scrooges Jugendliebe in Trauer darüber singt, dass ihm das Geld immer wichtiger ist als sie. Disney war der Ansicht, dass dieser Song für junge Zuschauer*innen zu ernst und schwermütig sei, und so entstand in der Mitte des Films ein unschöner Schnitt. Lange war die hochauflösende, ungekürzte Version der Muppets Weihnachtsgeschichte verschollen, doch dieses Jahr wurde sie endlich auf Disney+ veröffentlicht – allerdings nur für Nutzer*innen aus den USA, denn die Szene wurde nie synchronisiert. Wem dieser Verlust besonders schmerzt, der kann mit einer VPN-Verbindung und einem Server aus Kanada oder den USA auf das internationale Disney+ Angebot zugreifen und sich im Bereich „Extras“ die Langfassung ansehen. Ansonsten kommt die nromale Fassung am 19. und am 24. Dezember auf dem Disneychannel.

A Christmas Carol – Die Nacht vor Weihnachten
(USA 1999, 95 Minuten)

Eine der beliebtesten Verfilmungen der Geschichte ist diese hier, mit Patrick Stewart in der Hauptrolle. Der Schauspieler hatte sich bereits vor Drehbeginn intensiv mit der Dickens Erzählung auseinandergesetzt, denn er war in den 90ern mit einem selbstgeschriebenen One-Man Theaterstück am Broadway und in London getourt. Hierbei spielte er an die 40 verschiedenen Charaktere!
Auch der Film ist etwas Besonderes, denn der Geist, der Scrooge die gegenwärtige Weihnacht an verschiedenen Orten zeigt, führt ihn zu allen dreien der im Buch beschriebenen Plätze. Fast alle anderen Verfilmungen lassen die Szenen im Leuchtturm, im Stollen mit Bergleuten und auf dem Schiff mit Matrosen aus oder zeigen höchstens eine von ihnen.

Fun-Fact zur Geschichte generell: Einer von Scrooges Lieblingsausdrücken, mit dem er in der Erzählung auch das Weihnachtsfest betitelt, ist das Wort „Humbug“. Dieses Wort wird zumeist mit „Unsinn“ übersetzt, hat aber eine tiefere Bedeutung, die uns Aufschluss über Scrooges Gefühlswelt gibt. „Humbug“ bezeichnet betrügerische Absichten, bei denen man versucht andere durch eine falsche Aufrichtigkeit oder eine gespielte Bedeutsamkeit zu täuschen. Indem Scrooge Weihnachten als „Humbug“ bezeichnet, lehnt er die gespielte Fröhlichkeit und die falsche Nächstenliebe seiner Mitmenschen zu Heiligabend ab, denn seiner Ansicht nach wollen sie damit bloß ihn und sich selbst täuschen. Er empfindet sich als besonders ehrlich, weil er offen damit umgeht, dass ihm sein Umfeld egal ist.
Auch wenn es so klingen mag, „Humbug“ ist ursprünglich kein deutsches Wort, sondern ein englisches. Die Herkunft ist nicht genau geklärt, aber eventuell leitet sich das Wort vom deutschen „Hamburg“ ab, denn das Augsburger Tageblatt entdeckte 1857, dass früher politische Berichte aus Mitteleuropa über die deutsche Stadt nach England kamen. Bei zweifelhaften Berichten, denen man keinen Glauben schenken wollte, rief man deshalb in England kopfschüttelnd „Hamburg!“, woraus sich später „Humbug“ ergeben haben könnte.

Barbie in: Eine Weihnachtsgeschichte
(USA 2008, 76 Minuten)

Okay, Barbie erfüllt nicht gerade meinen Anspruch, hier die zehn sehenswertesten Dickens-Verfilmungen aufzuzeigen… Aber dass selbst die Barbie-Filme ihre Version von „A Christmas Carol“ animiert haben, ist doch erstaunlich. Es zeigt, dass Charles Dickens 1843 in gerade einmal sechs Wochen eine Geschichte geschrieben hat, die zwei Jahrhunderte später immer noch Relevanz für alle Altersgruppen hat!

Die Barbie-Version handelt vom kaltherzigen Popstar Eden Starling, die ihre Freund*innen und Angestellte auch an Weihnachten arbeiten lässt und daraufhin von drei Weihnachtselfen heimgesucht wird.

Disneys Eine Weihnachtsgeschichte
(USA 2009, 96 Minuten)

Schaut euch mal den Trailer an und versucht zu erraten, wer in der animierten Disney Version des Klassikers Scrooge spielt. Erkennt man nicht? Na, das ist Jim Carrey! Nachdem er per Motion Capture eingescannt und animiert wurde, wohlbemerkt. Wer sich nun fragt was es mit Motion Capture auf sich hat, der muss sich unbedingt das 14. Türchen zum Polarexpress durchlesen, denn dieser Film ist von der gleichen Machart. Und vom gleichen Regisseur! Robert Zemeckis hat aber nicht nur Animationsfilme gemacht, sondern auch die absolut kultigen und allseits bekannten Zurück in die Zukunft und Forrest Gump! In den beiden, wie auch in diesem Film, spielen einige Stars mit: Jim Carrey als Scrooge und die drei Geister, Gary Oldman als Angestellter und Marleys Geist und Colin Firth als Neffe. Nun könnte man meinen, dass der Film mit dieser Besetzung absolut klasse sein muss, aber leider schlittert auch dieser Motion-Capture-Film ins Uncanny Valley (siehe 14. Türchen: Polarexpress). Eng an der Literaturvorlage angelegt und mit wunderschönen Bildern des alten Londons ausgestattet, ist der Film trotzdem sehr sehenswert.

Charles Dickens: Der Mann, der Weihnachten erfand
(Kanada/Irland 2017, 104 Minuten)

Wie kam es eigentlich zu dieser wunderbaren Geschichte, deren zahlreiche Top-Verfilmungen hier gelistet werden? Regisseur Bharat Nalluri nahm sich 2017 dieser Frage an und so entstand dieses grandiose Biopic, welches von einem jungen Charles Dickens auf der Suche nach einer neuen Geschichte handelt. Historische Genauigkeit soll hier nicht Fokus stehen, Der Mann, der Weihnachten erfand ist in erster Linie ein Spielfilm, in welchem „A Christmas Carol“ immer wieder visualisiert wird und der junge Autor manchmal von seinen selbstgeschriebenen Figuren heimgesucht wird. Trotzdem fließen Dickens Ansichten und sein Privatleben in den Film ein und bringen uns den Autor, der in England beinahe so heilig ist wie Shakespeare, ein bisschen näher.

Geister der Weihnacht
(Deutschland 2018, 64 Minuten)

Okay, einer geht noch! Auch die Augsburger Puppenkiste nahm sich den Geistern der Weihnacht an und ließ ihre aufwendig gestalteten Puppen die Geschichte von Scrooge und seinem Hass auf Weihnachten erzählen. Es war der dritte Weihnachtsfilm des Puppentheaters und ein schöner Weg die warmherzige Botschaft von Dickens‘ Erzählung Kindern zu vermitteln.