XmasMovies Adventskalender

19. Türchen: Lieber Weihnachtsmann

Ein französischer Weihnachtsfilm mit etwas Kitsch und viel Humor - macht euch einen Tee und holt die Plätzchen raus, dieser Film ist was für den vierten Advent! Er wirft allerdings eine Frage auf, und zwar die nach den Filmproduzent*innen...

Lieber Weihnachtsmann

(Frankreich/Belgien 2014, 78 Minuten) Komödie
https://www.youtube.com/watch?v=JiHRwBu2iVs

Handlung

Zu Weihnachten wünscht sich der sechs Jahre alte Antoine (Victor Cabal) dieses Jahr eine Sache ganz besonders: Er möchte mit Santa Claus in dessen Schlitten mitfahren. In der Nacht vor Heiligabend landet der Weihnachtsmann (Tahar Rahim) dann tatsächlich auf dem Balkon des Jungen und Antoine denkt sofort, sein sehnlichster Wunsch wird erfüllt. Dabei merkt das aufgeregte Kind nicht, dass der Mann gar nicht der echte Santa Claus ist, sondern nur ein verkleideter Einbrecher auf nächtlichem Raubzug durch Paris. Der Verbrecher will trotz des kleinen Zwischenfalls mit Antoine seinen Plan weiterverfolgen, doch der kleine Junge lässt sich einfach nicht abwimmeln. Er folgt dem vermeintlichen Geschenkebringer über die Dächer der französischen Hauptstadt und gemeinsam erleben der geschickte Dieb und der träumende Junge ein außergewöhnliches Abenteuer. Film.at

Fun-Facts

Über diesen Film gibt es, abgesehen davon, dass er von den gleichen Produzent*innen wie Ziemlich beste Freunde gemacht wurde, nicht allzu viel Wissenswertes. Was ich mich beim recherchieren dieses Fun-Facts allerdings gefragt habe, ist, wie genau Produzent*innen eigentlich Einfluss auf einen Film nehmen? Wie eng arbeiten sie mit der Regie zusammen? Wofür sind sie zuständig? Die Antwort lautet: Filmproduzent*innen sind für den technischen und wirtschaftlichen Erfolg eines Filmes verantwortlich. Sie begleiten den kompletten Entstehungsprozess von der Drehbuchentwicklung über die Filmfinanzierung bis hin zur Postproduktion und der Ausstrahlung des Films. Dabei verwalten sie das Budget und kümmern sich um Drehorte, Ausrüstung und Requisiten. Das heißt nicht, dass Leute wie Laurent Zeitoun, Nicolas Adassovsky und Yann Zenou (alles Produzent*innen von Lieber Weihnachtsmann und Ziemlich beste Freunde) selbst anfangen Requisiten zu basteln, sondern dass sie das gesamte Filmteam koordinieren.
Damit das Ganze reibungslos funktioniert, gibt es verschiedene Produzent*innen für unterschiedliche Aufgabenbereiche. Es gibt die ausführenden Produzent*innen, im englischen „Executive Producer“ genannt, die die Gesamtverantwortung über das Filmprojekt tragen und vor allem das Budget beschaffen. Oft kümmern sich diese Leute auch um die Ausarbeitung der Verträge mit den Darsteller*innen, den Kostümdesigner*innen, den Requisiteur*innen und, und, und.
Die Linienproduzent*innen verwalten wiederrum das von den ausführenden Produzent*innen beschaffte Budget, erstellen Zeitpläne für das Filmprojekt und sorgen dafür, dass diese eingehalten werden. Dies allein ist schon sehr stressig und fordert logistisches Talent. Hinzu kommt noch die Koordination jeglicher Mitarbeitenden.
Zum Glück gibt es die assoziierten Produzent*innen, die den anderen Produzierenden zuarbeiten. Sie arbeiten unglaublich vielfältig, denn sie beraten die Linienproduzent*innen, überprüfen den Film auf inhaltliche Unstimmigkeiten und sorgen dafür, dass Aussagen faktisch richtig und politisch korrekt sind (wenn gewollt). Auch beim Drehbuch dürfen sie nachbessern und aktiv mitschreiben, außerdem erfüllen sie die Bedürfnisse des Filmteams.
Zuletzt sind da noch die Postproduzent*innen. Sie kommen erst dann ins Spiel, wenn die Dreharbeiten beendet sind. Dann koordinieren sie den Schnitt, die digitale Nachbearbeitung (Special Effects, Visual Effects), das Sound-Editing und alles, was noch mit dem Film geschehen muss, um ihn auf die Leinwand oder ins Fernsehen zu bringen.

All das tun die Produzierenden unter einem wirtschaftlichen Aspekt, um den Film möglichst erfolgreich zu machen. Die Regieführenden sind im Gegensatz dazu die künstlerischen und kreativen Köpfe der Filmproduktion. Sie kümmern sich um die Inszenierung des Drehbuchs, also quasi um die Übersetzung von Wörtern und Gefühlen in Kameraeinstellungen und Anweisungen für die Schauspielenden.

Die beiden Parteien unterstützen und überprüfen sich gegenseitig, um einen möglichst erfolgreichen Film mit einem möglichst hohen cineastischen und inhaltlichen Anspruch zu kreieren. Mal klappt’s, mal nicht!

Kritiken

Der Film ist seit seinem Erscheinungsjahr 2014 ein wenig untergegangen und gehört auf jeden Fall nicht zu den Weihnachtsklassikern. Trotzdem ist er wirklich schön anzusehen, steckt voller Humor und ist ein echter Geheimtipp.

Wo schauen?

Amazon ca. 3€ Leihgebühr