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22. Türchen: Charlie und die Schokoladenfabrik

Diesen Film kennt jeder. Aber wusstest du schon, dass er auf einem Roman basiert? Und was muss man über die Hauptcharaktere, die Oompa Loompas und die Eichhörnchen wissen?

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Charlie und die Schokoladenfabrik
(USA/Großbritannien/Australien 2005, 115 Minuten) Fantasy/Komödie
https://www.youtube.com/watch?v=-xGKgN1AwpQ 

Handlung

Die Familie des kleinen Jungen Charlie Bucket ist verarmt und lebt in einem schiefen und krummen Haus am Stadtrand. Seine Eltern und Großeltern sind aber immer gut gelaunt und das trotz dessen, dass Charlies Großvater aus der zauberhaften Süßigkeitenfabrik von Willy Wonka entlassen wurde und seitdem arbeitslos ist… Doch was hat es mit dieser Fabrik auf sich? Willy Wonka produzierte einst die wunderlichsten und wunderbarsten Süßigkeiten überhaupt, doch seit seine Konkurrent*innen seine Rezepte stahlen hat den menschenscheuen Fabrikanten niemand mehr gesehen. Auf einmal meldet er sich jedoch wieder zu Wort und kündigt an, dass in seinen Schokoladentafeln fünf Karten verlost würden mit denen die Kinder, die eine Karte finden, die Fabrik besichtigen dürfen. Was es damit wohl auf sich hat? Die ersten vier Karten gehen an ziemlich exzentrische und verzogene Bengel, ob Charlie auch eine Karte findet? Wenn ja würde das Leben ziemlich auf den Kopf stellen…

Fun-facts

Holt die Schokolade heraus, denn bei diesem Film ist ein Heißhunger auf Süßes vorprogrammiert! Selbst der Cast des Klassikers ist ein Büffet der Stars: Johnny Depp als Willy Wonka und Tim Burton (Edward mit den Scherenhänden, Batman, Nightmare before Christmas) als Regisseur! Bevor die Dreharbeiten begannen hatten die beiden allerdings noch ein Wörtchen zu reden, denn Johnny Depp war es besonders wichtig, dass der kleine Freddie Highmore, den er am Set von Wenn Träume fliegen lernen kennengelernt hatte, für die Rolle des Charlie gewählt wurde.

Die Schauspielkinder sollten im Allgemeinen entsprechend ihrer Romanfiguren ausgesucht werden. So wurde für die Rolle des deutschen Kindes eines Fleischer*innenpaares Philip Wiegratz ausgewählt, der tatsächlich Deutscher ist und einigen vielleicht aus der Verfilmung von Cornelia Funkes Die Wilden Hühner bekannt vorkommt. Für die Reportageszenen aus der Heimat des Gewinnerkindes wurde in der historischen Altstadt von Gengenbach im Schwarzwald gedreht. Im Film ist der Ort jedoch mit Düsseldorf untertitelt.

Tatsächlich war Charlie und die Schokoladenfabrik ursprünglich ein Roman von Roald Dahl. Moment mal! Das ist doch der, der die Gremlins erfunden hat! Und nicht nur die, auch die Geschichte von Matilda, die als sehr kluges Mädchen in einer verblödeten Familie lebt und entdeckt, dass sie telekinetische Kräfte besitzt, stammt aus der Feder von Roald Dahl und wurde ebenfalls sehr erfolgreich verfilmt. Tim Burton verfilmte mit Charlie und die Schokoladenfabrik bereits zum zweiten Mal ein Buch des Autors, denn im Jahr 1996 hatte er James und der Riesenpfirsich als Animationsfilm verwirklicht. Für beide Projekte arbeitete er eng mit Dahls Witwe zusammen, denn ohne ihre Zustimmung darf niemand Bücher von Roald Dahl verfilmen.

Die Romanvorlage erschien bereits 1969 und wurde zum Teil heftig kritisiert. Und zwar wegen den Oompa Loompas, den kleinen Arbeiter*innen in Willy Wonkas Fabrik, die sehr wortkarg sind und sich nur über das Singen von moralisch versierten Liedern verständigen. Im Film wie im Buch hat Willy die kniehohen Wesen im afrikanischen Dschungel gefunden, wo sie zu verhungern drohten da ihre Hauptnahrungsquelle – Kakaobohnen – zu erschöpfen drohte. So nahm der Schokoladenhersteller die kleinen Wesen mit in seine Fabrik, wo sie für ihn arbeiten und dafür mit Kakaobohnen bezahlt werden sollten.
Was sowohl Presse als auch Literaturkritiker*innen und im Folgenden auch ich kritisieren, ist, dass Willy Wonka die Oompa Loompas nach dem „White-Savior-Prinzip“ aus ihrer misslichen Lage befreit und somit koloniale und rassistische Stereotype reproduziert. Bevor sie mich für witzlos oder kleinlich halten, überlegen sie mal: Willy Wonka verhält sich in dieser Geschichte, wenn auch unfreiwillig, wie der weiße Neuweltler, der gönnerhaft ein primitives Volk aus seiner Not errettet, nur um es dann als günstige Arbeitskraft in seiner Fabrik schuften zu lassen. Vor allem in der Buchvorlage werden die Oompa Loompas als ungebildete und verrohte Wilde dargestellt. Dies ist im Film nicht unbedingt der Fall, trotzdem bleibt das Prinzip das gleiche und es schadet nicht darüber zu reflektieren wie uns Filme unterschwellig beeinflussen können.

Charlie und die Schokoladenfabrik wurde in der Kategorie Kostüme für einen Oscar nominiert. Gerade das Kostüm des Willy Wonka ist wunderbar gestaltet und auch für die Szenen mit den Eichhörnchen wurden keine Mühen gespart. Die kleinen Nager sind sowohl CGI als auch Animatronics. Und auch ein paar echte Eichhörnchen sind dabei, diese wurden speziell auf für das Nüsse Sortieren dressiert.

Tim Burtons Film ist übrigens nicht die erste Verfilmung der Geschichte über die wundersame Schokoladenfabrik. Bereits 1971 verfilmte Mel Stuart die Story. Diese Version unterscheidet sich aber vor allem am Ende von 2005, denn Burton legt einen stärkeren Fokus auf Charlies Familie, für die er sich entscheidet als Willy Wonka ihn vor die Wahl stellt: Entweder er wird Teilhaber der Fabrik und erlangt Geld und Macht oder er bleibt bei seiner Familie, die er sonst hinter sich lassen müsste. Charlie überredet ihn zu einem Kompromiss. In der 1971er Version endet der Film mit der Bekanntgabe durch Wonka (Gene Wilder), dass Charlie nun der Erbe des Imperiums ist.

Zuletzt noch etwas zu den Hauptcharakteren: Die vier Kinder, die nicht Charlie sind, repräsentieren indirekt vier Todsünden, welche im katholischen Glauben verankert sind. Augustus Glupsch (der Wurstliebhaber aus Deutschland) die Maßlosigkeit, Veruca Salt (das verwöhnte Kind aus England) die Habgier, Violet Beauregarde (die recht eingebildet ist und ständig Kaugummi kaut) den Hochmut und Mike Teevee (der viedospielsüchtig ist) die Trägheit. Charlie wiederum vereint in sich die vier Kardinalstugenden, welche bereits in den Antike aufgestellt wurden: Gerechtigkeit, Mäßigung, Tapferkeit und Weisheit.

Kritiken

„Zuckersüßes Filmmärchen nach einer Vorlage von Roald Dahl. Dank der selbstparodistische Züge tragenden, von überbordender Fantasie und einem charismatischen Hauptdarsteller beseelten Adaption gelingt eine emotionale, aber auch intellektuelle Achterbahnfahrt, die für Kinder und Erwachsene gleich faszinierend ist.“

– Lexikon des internationalen Films

„Ausgerechnet dieser Film über nährwertarmen Süßkram ist kein schlichtes Popcorn-Kino geworden. ‚Charlie und die Schokoladenfabrik‘ ist, bei allem Witz und Wahnsinn, letztlich ein erstaunlich radikales Plädoyer, den Kindern das Recht zu geben, in Würde kindisch zu sein.“

– Der Spiegel

Wo schauen?

24.12. 22:25 Uhr Sat.1
25.12. 15:45 Uhr Sat.1

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