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KinoSchule März 2019

Das Filmangebot für die Woche vom 25. bis 29. März 2019

Kinderfilm

Paulas Geheimnis

Gernot Krää, Deutschland 2006, 96 Minuten

Themen: Familie, Freundschaft, Liebe, Kindheit, Erwachsenwerden, Mut, Außenseiter, Rollenbilder, Illegale

Unterrichtsfächer: Grundschulunterricht, Deutsch, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend

FSK: ab 6 – empfohlen ab 8 Jahren

Obwohl Paula fast zwölf ist, wird sie von ihrem Vater noch immer Püppchen genannt. Die viel beschäftigten Eltern verwöhnen ihre Tochter, haben aber nur wenig Zeit für sie. Deshalb träumt Paula von einem Märchenprinzen, der ihr zuhört und sie ernst nimmt. Ihm schreibt sie Liebesbriefe in ihr geheimes Tagebuch. Doch eines Tages wird eben dieser kostbar gehütete Schatz von zwei Kindern in der UBahn gestohlen. Tobi, ein etwas übergewichtiger Junge aus Paulas Klasse, der in sie verliebt ist, hat den Diebstahl beobachtet und bietet ihr ein Geschäft an: Paula soll ihm Nachhilfestunden in Englisch geben, dafür will er ihr bei der Verfolgung der Tagebuch-Diebe helfen. Widerstrebend geht Paula auf seinen Plan ein und die beiden kommen einer Gangsterbande auf die Schliche, die rumänische Kinder zum Stehlen zwingt. Realität und Traum gehen in Paulas Wahrnehmung zunächst fließend ineinander über: Fühlt sie sich von den Eltern wieder einmal nicht verstanden, flieht das Mädchen in eine idyllische Fantasiewelt mit ihrem Traumprinzen. In hartem Kontrast zu diesen Tagträumen stehen die existenziellen Nöte der auf sich selbst gestellten rumänischen Diebe/innen, die in schäbigen Wohnungen gefangen gehalten und von Kriminellen ausgebeutet werden. Die märchenhaft beginnende Geschichte von Paula und ihrem Prinzen wandelt sich im Verlauf des Films zu einem Kriminalfilm, der seinen Showdown im Hamburger Hafen findet. (Kinofenster.de)

RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

Betsy West/Julie Cohen, USA 2018, 97 Minuten

Themen: Biografie, Gleichberechtigung, Rollenbilder, Recht/Rechtssystem, USA Individuum und Gesellschaft, Mut, Zivilcourage, Idol, soziale Medien, Öffentlichkeit, US-amerikanische Geschichte

Unterrichtsfächer: Sozialkunde, Englisch, Deutsch, Psychologie, Ethik, Politik, Geschichte

FSK: ab 0 – empfohlen ab 14 Jahren

Eine Ikone der Frauenrechtsbewegung und ein viraler Popstar: Trotz ihres hohen Alters noch immer im Amt, sorgt Verfassungsrichterin Ruth Bader Ginsburg für Aufsehen – aktuell insbesondere wegen ihrer Widersprüche („dissent opinion“) zu den jüngsten Entscheidungen des US-Supreme Courts. Bei jüngeren Generationen bekannt als „Notorious RBG“, nimmt die „berühmt-berüchtigte“ Richterin kein Blatt vor den Mund. Gezeigt wird ihr lebenslanger Kampf für die Gleichberechtigung in Recht und Gesellschaft. Ausgehend von ihrer Ernennungs-Anhörung als zukünftige Richterin des US-Supreme Courts 1993 springt der Film zunächst episodenweise in die Vergangenheit und erzählt mit Hilfe von Fotos, Video- und Audioaufnahmen ihren Werdegang bis zum Aufstieg zur popkulturellen Ikone in jüngster Zeit. Anhand der von ihr verhandelten Fälle wird dokumentiert, wie sie Schritt für Schritt ihrem Ziel umfassender Gleichberechtigung näherkommt. Neben den politischen Aspekten ihrer Karriere beschäftigt sich der Film auch mit Bader Ginsburg als privater Person: hochdiszipliniert, arbeitsam, jemand, der nichts von Smalltalk hält und wenig lacht, dagegen aber dramatische Opern verehrt und vor allem den Humor ihres Ehemanns liebt. Die Beziehung zu Martin war eine Liebesgeschichte, in der Gleichberechtigung bereits zum Alltag gehörte. Sein Tod 2010 traf sie schwer. Doch Szenen beim Sport zeigen die kleine, scheinbar gebrechliche Frau weiterhin fit und kampfbereit. (Vision Kino)

Aggregat

Marie Wilke, Deutschland 2018, 94 Minuten

Themen: Demokratie, Politik, Medien, Öffentlichkeit, Kommunikation

Unterrichtsfächer: Politik, Geschichte, Sozialkunde/Gesellschaftskunde, Deutsch, Ethik, Philosophie

FSK: ab 0 – empfohlen ab 14 Jahren

Die Führungen im Reichstagsgebäude sind gut besucht, bei der simulierten Abstimmung über ein Gesetz gibt es viele Lacher. Im Infomobil des Bundestags am Standort Dresden beklagt ein Bürger fehlende Volksnähe. SPD-Abgeordnete üben in einem Workshop Strategien des Umgangs mit rechtspopulistischen Thesen. Eine Menschenmenge skandiert: Macht die Grenzen dicht! Journalisten von taz und Bild-Zeitung diskutieren die Themen des Tages. Nüchtern und unaufgeregt versammelt „Aggregat“ scharfsinnig beobachtete und angeordnete Szenen aus dem aktuellen politischen und medialen Alltag in Deutschland. Die nicht verbundenen Fragmente zeigen unkommentiert Situationen, die Vermittlung von Politik oder Kommunikation über Gesellschaft betreffen. Dabei geraten die Rolle der Medien als vierte Gewalt genauso in den Blick, wie der Eindruck entsteht, dass es noch viel Kleinarbeit brauchen wird, um die große demokratische Idee zu bewahren. 68. Internationale Filmfestspiele Berlin Mit ihrem Film ist Wilke zweierlei geglückt: eine realistische, mitunter auch erschütternde Zustandsbeschreibung Deutschlands, dessen Bevölkerung, wie im Film deutlich wird, zwischen Politikverdrossenheit und verstärktem sozialem und politischem Engagement zu schwanken scheint. Zugleich ist „Aggregat“ aber auch ein Plädoyer für Demokratie und Pluralität. Der Film zeigt, dass an der Basis Vertrauen zurückgewonnen werden kann, indem man dem diffusen Stimmungsgemisch aus Angst und Ressentiments mit Fakten begegnet. (kinofenster)

Leto

Kirill Serebrennikow, Russland/Frankreich 2018, 128 Minuten

Themen: Musik, Jugend/Jugendkultur, Subkultur, Kommunismus, Sowjetunion, Liebe, Freundschaft, Idole

Unterrichtsfächer: Musik, Russisch, Politik, Kunst, Philosophie, Ethik

FSK: ab 12 – empfohlen ab 15 Jahren

Vom Westen inspirierte Rockmusik war in der UDSSR zu Beginn der 1980er Jahre, der Vor-Perestroika-Zeit, nur in einem sehr eng gesteckten Rahmen möglich. Doch es gab Nischen im System und Menschen, die sie für sich nutzten. Eine solche ist der Leningrader Rockklub, wo der schon recht bekannte Rocksänger Mike Naumenko des Öfteren auftritt. Im Verlauf eines Sommers wächst eine Freundschaft zwischen ihm und dem sensiblen Nachwuchssänger Viktor Zoi. Mike Naumenko verhilft dem Jüngeren und seiner Band "Kino" zu ersten Auftritten. Auch Mikes Frau Natascha wirft ein Auge auf den zukünftigen Star. Zwischen ihr und Viktor entspinnt sich eine zarte Liebelei. „Leto" (russisch: Sommer) ist eine Hommage an diese Zeit, ihre musikalischen Helden und das Lebensgefühl in der Leningrader Underground-Rockszene zwischen Bohème und Kommunalka. Die sowjetische Normen in Frage stellende Rockmusik fungiert dabei auch als Vorbotin der bevorstehenden Perestroika. Die Hauptrolle in "Leto" spielt zweifelsohne die Musik. Sowohl östliche wie auch westliche Rockkünstler werden im Film gefeiert. Es gelingt ihm hervorragend, die anarchische Kraft ihrer Musik in originelle Bilder zu übersetzen. Der Film lädt ein, die Sowjetunion jenseits bekannter Stereotype zu entdecken – sowohl musikalisch als auch geschichtlich und gesellschaftlich. Viktor Zoi genießt noch im heutigen Russland quasi Heiligenstatus, Mike Naumenkos Band "Zoopark" zählt zu den Begründern des russischen Rock. (Vision Kino)

Drei Gesichter

Jafar Panahi, Iran 2018, 100 Minuten

Themen: Frauen, Mädchen, Ehre, Islam, Diskriminierung, Geschlechterrollen, Gesellschaft, Tradition, Vorbilder, Kommunikation, Medien, Manipulation, Film, Kunst, Außenseiter, Emanzipation, Land-Stadt-Konflikt

Unterrichtsfächer: Medienkunde, Ethik, Geografie, Sozialkunde, Philosophie, Psychologie, Geschichte

FSK: ab 12 – empfohlen ab 15 Jahren

Die berühmte iranische TV- und Kinodarstellerin Behnaz Jafari ist entsetzt, als sie die Videobotschaft eines Mädchens namens Marziyeh sieht, das sie angeblich schon mehrfach kontaktiert und um Hilfe gebeten hat. Wie sie in dem kurzen Film erklärt, möchte die Jugendliche unbedingt auf eine Schauspielschule gehen, was ihre Eltern jedoch strikt untersagen. Da sich Marziyeh am Ende ihres Clips offenbar aus Verzweiflung erhängt, fährt Jafari gemeinsam mit dem befreundeten Regisseur Jafar Panahi in das entlegene Dorf, aus dem der Teenager stammt. Während die beiden Städter nach Hinweisen auf den Selbstmord suchen, kommen sie mehrfach mit den Einheimischen ins Gespräch und werden mit deren patriarchalem Denken konfrontiert. Bei ihren Nachforschungen erleben Jafari und Panahi schließlich eine große Überraschung. Obwohl die iranische Regierung im Jahr 2010 ein Berufs- und Reiseverbot für Jafar Panahi verhängte, dreht der regimekritische Regisseur fleißig weiter. Nach seiner preisgekrönten Arbeit „Taxi Teheran“ legt er nun ein vor allem in nahen Einstellungen erzähltes Roadmovie vor, das nicht nur einen Blick auf die Bedingungen für Filmschaffende im Iran wirft, sondern sich auch mit überholten patriarchalen Strukturen in ländlichen Regionen befasst. Immer wieder prallen bei der Spurensuche der Protagonisten althergebrachte Ansichten und emanzipatorische Bestrebungen aufeinander, wobei Panahi nicht den Fehler begeht, die konservativ geprägten Dorfbewohner zu verteufeln. (Vision Kino)

Astrid

Pernille Fischer Christensen, Schweden/Deutschland/Dänemark 2018, 123 Minuten

Themen: Literatur, Biografie, Emanzipation, Frauen, Geschlechterrollen, Sexualität, Schwangerschaft, Liebe, Familie, Schweden, Geschichte, Erwachsenwerden, Kinder, Trennung

Unterrichtsfächer: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Religion, Geografie, Schwedisch

FSK: ab 6 – empfohlen ab 14 Jahren

Schweden in den 1920er Jahren: Astrid Ericsson ist ein hellwacher Backfisch mit sehr eigenem Kopf. Ihre liebevollen, streng religiösen Eltern unterstützen sie, als ihr die Stelle einer Volontärin bei der örtlichen Zeitung in der Kleinstadt Vimmerby angeboten wird. Durch diese interessante Tätigkeit blüht Astrid geradezu auf und ihr sprachliches Talent wird offenbar. Doch als sie mit nur 18 Jahren von ihrem verheirateten Chef, in den sie sich verliebt hat, ungewollt schwanger wird, wendet sich das Blatt. Um einen Skandal zu vermeiden, verlässt die junge Frau ihre Heimat und fängt in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin an. Nach der Geburt ihres Sohnes Lasse muss Astrid ihn zunächst bei einer Pflegemutter lassen. Ihre Lage als alleinstehende, schlecht bezahlte Frau erlaubt ihr nicht, das Kind zu sich zu holen. Daraus erwächst Astrid ein tiefer Schmerz. Trotzdem entscheidet sie sich gegen die Vernunftehe mit dem sehr viel älteren Geliebten und für ihr Kind. "Astrid" lädt ein, sich mit der Biografie der Schriftstellerin zu beschäftigen, die sich lebenslang für Kinder- und Tierrechte einsetzte. Inwiefern hat diese wichtige Lebensphase Astrid Lindgrens späteres Werk und ihre Haltung zu Kindern geprägt? Auch bietet er einen sehr guten Anlass zur Beschäftigung mit der Geschichte der weiblichen Emanzipation: Ab wann durften Frauen überhaupt wählen und ohne Zustimmung ihres Ehemannes arbeiten? (Vision Kino)

Rafiki

Wanuri Kahiu, Südafrika/Kenia/Frankreich/Niederlande/Deutschland 2017, 82 Minuten Originalfassung (Englisch/Swahili) mit deutschen Untertiteln

Themen: Homosexualität, Rebellion, Liebe, Erwachsenwerden, Politik, Freundschaft, Tradition, Identität, Vorurteile

Unterrichtsfächer: Englisch, Sozialkunde, Politik, Werte und Normen, Religion

FSK: ab 12 – empfohlen ab 15 Jahren

Skateboard, Fußball, Jungsfreunde: Kena verweigert sich nicht nur optisch, mit ihren kurzen Haaren und dem lässigen Cap, den Erwartungen der Anderen. Ziki mit den farbenprächtigen Dreads denkt auch nicht daran, sich in ein Rollenbild zu fügen. Wie gut, dass sie beide ein Auge aufeinander geworfen haben! Obwohl ihre Väter in Kenias Hauptstadt Nairobi gegeneinander um ein Ministeramt kämpfen und Homophobie und religiöser Fanatismus um sich greifen, beginnen die zwei jungen Frauen ihre Anziehung mutig und selbstbestimmt zu leben. Eine bunte, queer-feministische Ansage von einem Film! (LUCAS – Internationales Festival für junge Filmfans) "Rafiki", Swahili für "Freund", ist laut Kahiu der erste kenianische Spielfilm, der bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes in der renommierten Nebenreihe "Un Certain Regard" eingeladen wurde. Er handelt von zwei Freundinnen in Nairobi, die sich ineinander verlieben und sich zwischen ihrem Glück und ihrer Sicherheit entscheiden müssen. (Süddeutsche Zeitung)