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Programm

KinoSchule: Filmprogramm Juni 2018

Filmtitel für die Vorführungen der KinoSchule von April bis Juni.

18. bis 22.6.2018

Kinderfilm: Das Schloss im Himmel 

Hayao Miyazaki, Japan 1986, 124 Minuten
Themen: Freundschaft, Solidarität, Kinder- vs. Erwachsenenwelt, Natur vs. Technologie, Pazifismus vs. Militarismus
Unterrichtsfächer: Deutsch, Religion, Ethik, Kunst
FSK: ab 6 – empfohlen 8 bis 11 Jahre

Das Waisenkind Sheeta ist auf der Flucht vor gleich zwei Feinden: vor einer wilden Piratenbande und einem bösen Mann namens Musca. Grund für ihre Verfolgung ist der magische Kristall, den Sheeta geerbt hat und der sie als Nachkomme des Königreichs Laputa ausweist. Laputa ist ein verloren geglaubtes Paradies, das einer Legende zufolge als „Schloss im Himmel“ weiter existiert. Auf ihrer Flucht lernt Sheeta den Waisenjungen Pazu kennen, dessen Lebenstraum darin besteht, zu beweisen, dass Laputa existiert. Zusammen bestehen die beiden Kinder das Abenteuer, Laputa zu finden und es gegen die bösen Intentionen der Erwachsenen zu verteidigen.

Der Anime erzählt seine Geschichte zugleich als kindergerechte Parabel und als actiongeladene Abenteuergeschichte. Letzteres dient hier nicht allein dem Schaffen von Schauwerten, sondern erzeugt eine Spannung zwischen Erwachsenen- und Kinderwelt, die wiederum Grundlage des Plots und seiner gesamten Dramaturgie ist. Der Film bietet aufgrund seiner ihm zugrunde liegenden Thematik, die Zerstörung von Umwelt und Natur durch technischen Fortschritt, vielerlei Ansätze zur Diskussion auch mit jüngeren Schülern. (Vision Kino)

Wunder

Stephen Chbosky, USA, Hongkong 2017, 113 Minuten
Themen: Außenseiter, Mobbing, Familie, Freundschaft, Schule, Kindheit/Kinder, Behinderung, Ethik, Hoffnung, Vorurteile
Unterrichtsfächer: Deutsch, Englisch, Religion, Ethik, Sozialkunde, Psychologie
FSK: ab 0 – empfohlen ab 10 Jahren

Aufgrund eines seltenen Gendefekts kam der 10-jährige August „Auggie“ Pullmann mit einem entstellten Gesicht zur Welt, was ihm auch nach etlichen Operationen anzusehen ist. Deswegen verbirgt der kluge und humorvolle Junge sein Gesicht am liebsten unter einem Astronautenhelm, ein Geschenk seines Vaters Nate. Bislang unterrichtete ihn seine Mutter Isabel zu Hause, nun soll Auggie an einer regulären öffentlichen Schule die 5. Klasse besuchen. Der Einschulung blickt er skeptisch entgegen, weil er nicht zu Unrecht fürchtet, dass die anderen Kinder ihn wegen seiner Missbildung anstarren und ausschließen. Zwar findet Auggie im Klassenkameraden Jack Will schnell einen Freund, muss aber ertragen, dass ihn die meisten anderen Kinder mobben, allen voran der scheinheilige Julian. Seine ältere Schwester Via fühlt sich derweil zurückgesetzt, da sich ihre Eltern scheinbar nur um Auggies Wohl sorgen.

Regisseur und Co-Autor Steve Chbosky inszeniert den 2012 veröffentlichten Bestseller „Wunder“ von R.J. Palacio mit kreativen Ideen und einem starken Gespür für die Charakterzeichnung. Sein Drama stellt nicht allein den jungen Protagonisten ins Zentrum, sondern zeigt in einzelnen Kapiteln auch die Perspektiven anderer Figuren. So gewinnen beispielsweise Auggies Schwester und sein Freund Jack in eigenen Episoden mehr Tiefe. Obwohl der Film sehr warmherzig ausfällt, tappt Chbosky – außer im sentimentalen Schlussakkord – nicht in die Kitschfalle. (Vision Kino)

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Martin McDonagh, USA/Großbritannien 2017, 116 Minuten
Auch als englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln möglich
Themen: Gerechtigkeit, Schuld, Trauer, Verlust, Familie, Gesetz, Kriminalität, Selbstjustiz, Rache, Verantwortung, Gewalt, sexuelle Gewalt, Gesellschaft, Rassismus, USA
Unterrichtsfächer: Englisch, Deutsch, Psychologie, Medienkunde, Sozialkunde
FSK: ab 12 – empfohlen ab 15 Jahren

Mehrere Monate nach dem Tod ihrer Tochter Angela, die unweit ihres Zuhauses vergewaltigt und ermordet wurde, entschließt sich die trauernde Mildred Hayes zu einer aufsehenerregenden Protestaktion. Kurzerhand mietet sie für ein Jahr drei unbenutzte Werbetafeln am Ortseingang von Ebbing im Bundesstaat Missouri und lässt diese mit provozierenden Aussagen und Fragen plakatieren, die sich direkt an den örtlichen Polizeichef Bill Willoughby richten. Für Mildreds Geschmack haben der Sheriff und seine Mitarbeiter viel zu wenig getan, um den Mörder ihrer Tochter ausfindig zu machen. Ihre Werbeschildkritik weckt umgehend das Interesse der Medien und sorgt in der beschaulichen Kleinstadt für große Unruhe, die schon bald nicht mehr zu kontrollieren ist.

Ähnlich wie in seinem vorangegangenen Film „Brügge sehen… und sterben?“ wirbelt Martin McDonagh auch in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ diverse Genres und Stimmungen durcheinander. Obwohl die Prämisse ausgesprochen düster ist, gibt es zahlreiche satirisch aufgeladene Momente mit bitterbösen schwarzhumorigen Pointen, bei denen einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt. In der Tradition der Coen-Brüder entwirft McDonagh einen explosiven Kleinstadtkosmos, in dem sich die Frustrationen der Bewohner in überraschenden Gewaltausbrüchen entladen, und zeichnet parallel das Porträt einer taffen, aber tief getroffenen Frau, die mit dem Tod ihrer Tochter schwer zu kämpfen hat. #(Vision Kino)

Cherchez la femme (Voll verschleiert) 

Sou Abadi, Frankreich 2017, 87 Minuten
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Themen: Freiheit, Religion, Extremismus, Familie, Liebe, Identität, Diskriminierung, Gesellschaft, Demokratie
Unterrichtsfächer: Politik, Religion, Ethik, Philosophie, Sozialkunde, Französisch, Geschichte, Deutsch
FSK: ab 6 – empfohlen ab 13 Jahren

Leila ist eine zielstrebige und engagierte junge Frau. Ihre Eltern wanderten einst aus Nordafrika nach Frankreich aus, um selbstbestimmt zu leben und ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Nach deren Tod folgt Leila weiter diesem Weg. Sie studiert Politik an einer Pariser Elite-Uni und plant mit ihrem Freund Armand ein Praktikum bei den Vereinten Nationen in New York. Als ihr Bruder Mahmoud von einer Jemenreise als islamischer Fundamentalist zurückkehrt, verlangt er von seinen Geschwistern, strengreligiöse Regeln zu befolgen. Für Leila bedeutet dies, Armand nicht mehr sehen zu können. Aber Armand hüllt sich in einen Tschador mit Gesichtsschleier und trifft Leila fortan in der Verkleidung einer muslimischen Frau. Mahmoud verliebt sich in die geheimnisvolle Besucherin und hält um deren Hand an. Leila und Armand ersinnen einen Plan, der nicht nur ihre gemeinsame Zukunft retten, sondern auch Mahmouds Blick auf die Welt wieder öffnen soll.

„Voll verschleiert“ nutzt einerseits Klischees, um eine Komik zu erzeugen, die alle im Film porträtierten Gruppen gleichermaßen trifft, so dass gemeinsam gelacht und Grenzen überwunden werden können. Andererseits vermeidet Sou Abadi bewusst das Stereotyp des benachteiligten Außenseiters am Rand der Gesellschaft, indem sie die Handlung im Bildungsbürgertum und im Zentrum von Paris ansiedelt. Situationskomik, die rasante Montage des Films und Verfolgungsjagden erhöhen den Unterhaltungswert des Films und verleihen ihm ein mitreißendes Tempo. (Vision Kino)

Lieber leben

Grand Corps Malade/Mehdi Idir, Frankreich 2016, 111 Minuten
Auch als Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln möglich
Themen: Behinderte/Umgang mit Behinderung, Ethik, Freundschaft, Hoffnung, Krankheit, Lebenskrise(n), Rollenbilder, Selbstbewusstsein, Vertrauen, Werte
Unterrichtsfächer: Französisch, Deutsch, Religion, Ethik, Sozialkunde, Psychologie
FSK: ab 6 – empfohlen ab 14 Jahren

Benjamin, ein sportlicher junger Mann mit vielen Zukunftsplänen, ist nach einem Badeunfall vorübergehend bewusstlos, die Umwelt nimmt er anfangs nur schemenhaft wahr. Nachdem er in eine Reha-Klinik aufgenommen worden ist, ist der fast vollständig Gelähmte auf Hilfe des notorisch gut gelaunten Pflegers Jean-Marie und der etwas ungeschickten Schwester Christiane angewiesen. Mühsam erlernt er sich aufzurichten, so dass er es in den Rollstuhl schafft. Er trifft auf Gleichaltrige wie Farid, Toussaint, Samir und Steve, die ein ähnliches Schicksal teilen. Sie alle haben mal mehr, mal weniger Hoffnung und gute Laune inmitten des Unabänderlichen. Als Benjamin eines Tages der hübschen Samia begegnet, scheinen ihm zarte Liebesbande zusätzliche Flügel zu verleihen, doch alles entwickelt sich viel schwieriger als erhofft.

Frei nach dem autobiografischen Roman des seit einem Unfall 1997 teilweise gelähmten Poetry-Slam- und Hip-Hop-Künstlers Fabien Marsaud alias Grand Corps Malade von ihm selbst mit realisiert, wirkt das Filmdebüt sehr authentisch. Es erzählt die von fiktionalen Figuren verkörperte Geschichte leichthändig, ohne Sentimentalität und falsches Pathos. Die Protagonisten versuchen den Widrigkeiten mit Lebensfreude, Humor und Eigensinn zu trotzen, gleichwohl verschweigt die Komödie in ihren dramatischen Grundierungen die Schattenseiten des Lebens mit Einschränkungen keineswegs – leitmotivisch unterstützt von wechselnden Tonarten der Hip-Hop-Beats. (Vision Kino)

18 Comidas 

Jorge Coira, Spanien 2010, 101 Minuten
Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Unterrichtsfächer: Spanisch, Religion/Ethik, Sozialkunde
Themen: Kommunikation, spanischen Lebensart, Rollenbilder, Freundschaft, Familie, Coming-Out
FSK: ohne Angabe – empfohlen ab 12 Jahren

"Locker, leicht und nur allzu lebensnah kommt der Film daher und lässt den Zuschauer an der spanischen Lebensart teilnehmen. Er zeigt: Beim Essen entspannt sich nicht nur der Gaumen, sondern auch die Seele des Menschen. Sympathisch gespielt und durchgehend unterhaltsam." (kino.de) Ein Reigen des Essens und Redens in Santiago de Compostela, begleitet von den Gerüchen der Küche und den Farben der Früchte, des Gemüses und des Weins. Vom Frühstück bis zum Abendessen sprechen, plaudern, streiten und lachen 18 verschiedene Menschen miteinander. Bei brutzelnden Scampi, Pasta, Pesto und Jámon Serrano geht es um heimliche Sehnsüchte, Beziehungskrisen und Freundschaften. Um die Trauer um den sterbenden Vater, das Erschrecken über ein Coming-Out und das Glück einer Liebe. (Quelle: Cine Global Filmverleih)

AninA

Alfredo Soderguit, Uruguay/Kolumbien 2013, 80 Minuten
Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Themen: Außenseiter, Erziehung, Familie, Freundschaft, Identität, Selbstbewusstsein, Schule, Vorurteile
Unterrichtsfächer: Spanisch, vorfachlicher Unterricht, Deutsch, Sachkunde, Religion/Lebenskunde
FSK: ab 0 – empfohlen ab 4. Jahrgangsstufe (Original mit deutschen Untertiteln), ab 7. Jahrgangsstufe (Original mit spanischen Untertiteln) für den Spanischunterricht

Anina Yatay Salas hat einen ganz besonderen Namen: Er besteht nämlich aus Palindromen. Das sind Wörter, die von vorne wie von hinten gelesen dasselbe ergeben. Eigentlich könnte Anina stolz auf ihren Namen sein. Aber sie mag ihn nicht, weil ihre Mitschüler/innen sie dafür verspotten. Als sie auf dem Schulhof von Yisel geärgert wird, beschimpft Anina das dicke Mädchen als "Elefanten" und die beiden beginnen einen heftigen Streit. Im Zimmer der Direktorin erhalten sie daraufhin eine ungewöhnliche Strafe: Einen versiegelten Briefumschlag, den sie eine Woche lang nicht öffnen und von dem sie niemandem erzählen dürfen. Anina macht sich Gedanken. Nachts wird sie von Alpträumen geplagt und die Zeit bis zum nächsten Treffen mit der Direktorin scheint nicht vergehen zu wollen. Doch dann lernt sie Yisel näher kennen und beginnt, vieles mit neuen Augen zu sehen.

Der mehrfach ausgezeichnete Animationsfilm schafft mit seiner leicht erzählten, aber nachdenklichen Geschichte sowohl Bezüge zu Situationen aus dem Schulalltag als auch zu allgemeinen Herausforderungen zwischenmenschlicher Beziehungen. Neben der Ausgangssituation, die an Konflikterfahrungen auf dem Schulhof anschließt und Aspekte wie Vorurteile oder Mobbing anspricht, werden parallel zur Entwicklung der Hauptfigur große Fragen für kleine Zuschauer/innen auf der Leinwand diskutiert: Themen wie Recht und Gerechtigkeit oder das Erkennen des Eigenen durch das Fremde ebenso wie Selbstbewusstsein und Selbstironie. (Vision Kino)

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