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Koki-Oktober-Programm

Unser Oktober-Programmheft als PDF-Datei zum Download.

Das Titelbild des Oktober-Programms besteht aus zwei Fotos aus dem Film Kaviar: im Dreieck Najda (Margarita Breitkreiz) mit verzogenem - rot geschminktem Mund. Im Hintergrundbild zielt Ferdinand (Simon Schwarz) mit einem Gewehr auf die Kamera. © Camino Filmverleih

aus dem Film "Kaviar": im Dreieck Najda (Margarita Breitkreiz). Links Ferdinand (Simon Schwarz)

Liebe Freundinnen und Freunde des Kinos im Künstlerhaus!

Fokussieren wir auf zwei Tage Ende Oktober. Spartacus – Stanley Kubrick revisited. Was haben wir da? Einen Sandalenfilm, Historien- oder Antikfilm? Einen Monumentalfilm aus der Hochzeit dieses (Unter-)Genres? In gewisser Weise lässt sich Spartacus all diesen unterschiedlichen Genrekategorien zuordnen. Doch dieser Film ist viel mehr.

„Zweifellos waren Sujet und Argumentationsweisen in diesem Film höchst kritisch und für Hollywoods Verhältnisse „links“ – Dalton Trumbo (der Drehbuchautor) war seiner gesellschaftskritischen Methode immer treu geblieben, eines der prominentesten Opfer des McCarthyismus, der die Aussage vor dem Ausschuss für Unamerikanische Aktivitäten verweigert hatte, und dafür mit Gefängnis und mit dem blacklisting bestraft wurde. Howard Fast, der Autor des zugrunde liegenden Romans, galt als vom Marxismus beeinflusster Autor, er war Mitglied der amerikanischen Kommunistischen Partei, Stalinpreisträger und wurde inhaftiert, während seine Bücher aus den öffentlichen Bibliotheken verbannt wurden. ... Seinem Spartacus stellte er eine Erklärung voran, die seine Absicht belegt, sehr viel mehr als einen historischen Roman zu verfassen: ‚Ich schrieb den Roman, weil ich diese Geschichte gerade in der Zeit, in der wir leben, für wichtig halte. Nicht im Sinne historischer Parallelen, sondern weil man aus einer solchen Geschichte Hoffnung und Kraft für den uralten Kampf für die Freiheit gewinnen kann...‘

Was Spartacus indes abbildet, das ist gewiss nicht allein ein Sklavenaufstand in der Antike, sondern auch das Wesen jener ‚Herrnvolk-Democracy‘, die in den Vereinigten Staaten die Demokratie und die Sklaverei parallel zueinander ... entwickelten.“ (Georg Seeßlen, Fernand Jung, Stanley Kubrick und seine Filme, 1999).

Spartacus ist auch politisches und damit notwendiges Kino! Kino, das wir uns wünschen, das wir machen!

A propos Kino, Politik und Gesellschaft: Wir laden Sie wieder ganz herzlich ein zu unserem Perlen Queer Film Festival 2019! 19.-26. Oktober! Wie immer ein Highlight unseres Kinojahres.

Wir sehen uns im Kino!

Ralf Knobloch-Ziegan