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Die Frau in den Dünen

Hiroshi Teshigahara, Japan 1964, 147 Minuten, japanisches Original mit deutschen Untertiteln

mit Eiji Okada und Kyōko Kishida

Im Bild zu sehen sind in schwarz-weiß ein Mann und eine Frau, die im Sand miteinander schlafen. © trigon-film.org

Szene aus Die Frau in den Dünen

Hiroshi Teshigahara ist wohl der vergessenste Regisseur der Neuen Welle. Seine Meisterwerke entstanden meist in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Kōbō Abe und konzentrierten sich meist auf existentialistische Themen und Psychologie. „Die Frau in den Dünen“ ist der wohl am krassesten existentialistische Film Teshigaharas und gleichzeitig sein am wenigsten abstrakter.

Die Handlung dreht sich um einen Entomologen, also einen Insektenkundler, der in der Wüste seltene Arten sucht. Er ist so vertieft, dass er den letzten Bus in die Stadt wieder verpasst, weshalb er sich eine Unterkunft suchen muss. Zum Glück stößt er auf ein kleines Dorf in den Dünen, die ihn einen Schlafplatz anbieten und ihm zum Haus einer einsamen Frau führen. Diese ist etwas verschroben aber sonst freundlich, weswegen der Forscher seine Nacht bei ihr verbringt. Als er am nächsten Morgen aufwacht stellt er erschrocken fest, dass das Haus am Boden einer Sandgrube steht und die Leiter entfernt wurde. Es scheint kein Entkommen zu geben, Sandschaufeln scheint die einzige mögliche Beschäftigung zu sein.

Teshigahara und Abe erzählen hier eine Geschichte der ultimativen Existenzkrise von Gefangenschaft in einer sisyphosschen Ausweglosigkeit. Das Setting gibt bereits die Komprimiertheit der Handlung vor, sodass wir wie eben ein Insektenforscher der psychischen Deformation des Gefangenen und der mysteriösen Frau zusehen können bzw. müssen. Dazu kommt der fiebrige Schnitt, die kunstvolle Photografie und die brachial donnernde, das Trommelfell zerschmetternde Musik des legendären Meisterkomponisten Tōru Takemitsu.

„Die Frau in den Dünen“ ist möglicherweise der ultimative Geheimtipp, das Bernsteinzimmer des japanischen Psychodramas/-thrillers. Der Ritt ist vielleicht nicht leicht, jedoch aber man vergisst ihn sein Leben lang nicht mehr. Joris Coerdt

Termin(e): 09.02.2020 ab 20:15 Uhr
Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
6,50 Euro / 4,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.