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Michael Haneke, Frankreich/Deutschland/Österreich 2012, 127 Minuten, deutsche Untertitel

mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert, Alexandre Tharaud

Frau schaut traurig zu ihrem Ehemann auf. © 2018 Warner Bros. Entertainment GmbH

Anne ist nach ihrem Schlaganfall auf ihren Mann Georges angewiesen.

Michael Hanekes „Liebe“ aus dem Jahr 2012 ist drei Jahre nach „Das weiße Band – eine deutsche Kindergeschichte“ erschienen, das im letzten Jahr in unserer Reihe präsentiert wurde. Er ist ähnlich eindrucksvoll und wurde ebenfalls mit zahlreichen renommierten Preisen geehrt.

Der Film handelt von einem pensionierten Pariser Ehepaar, dessen Liebe auf die Probe gestellt wird, als die Frau (Emmanuelle Riva) einen Schlaganfall erleidet, unter der aufopferungsvollen Pflege ihres Mannes (Jean-Louis Trintignant) zunehmend verfällt, und er seine zunehmende Überforderung und Hilflosigkeit nicht wahrhaben will.

Nach Haneke ist das Hauptthema seines Drehbuchs die Frage, wie man mit dem Leiden eines geliebten Menschen umgeht. Er will bewusst kein Sozialdrama erzählen und entkleidet die Geschichte deshalb von finanziellen Nöten, die durch Hilfe von außen behoben werden könnten, damit das wesentliche menschliche Drama umso deutlicher zutage tritt.

Dazu legt er den Film auch als eine Art Kammerspiel an, das fast nur in der Wohnung des Paares spielt. Hierzu bemerkt er: „Wenn man alt und krank wird, beschränkt sich die Welt zunehmend auf die eigenen vier Wände; ich habe die klassische Form der Einheit von Ort und Handlung gewählt, weil das eine gewisse Strenge hat, das fand ich dem Thema Tod angemessen.“

Für die Zuschauer wirft der Film zahlreiche Fragen auf, z.B.: wie gehen wir mit psychischen Extremsituationen um? (Wie) können wir eine gute Balance zwischen Hilfsbereitschaft und Grenzen der eigenen Belastbarkeit finden? Wie wollen wir selbst einmal sterben, wie können wir uns dabei vor vermeidbarem Übel schützen und das Unvermeidbare ertragen? Und gestatten wir es anderen, in dieser Situation ihren eigenen Weg zu finden? Last not least: wie kommen wir dabei mit unseren Abwehrmechanismen wie Verleugnung, Isolierung vom Affekt, Macht- und Omnipotenzphantasien, Dramatisierung oder masochistischen Tendenzen zurecht?

Anschließend Referat und Diskussion mit Prof. Dr. Karl Oeter

Termin(e): 04.03.2019 ab 19:30 Uhr
Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
7,50 Euro / 5,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.