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Sushikino

Still Walking

Hirokazu Kore-eda, Japan 2008, 114 Minuten, japanisches Original mit deutschen Untertiteln

mit Hiroshi Abe, Kirin Kiki und You

Im Bild zu sehen ist eine japanische Familie beim Abendessen. Ein kleiner Junge sitzt zwischen seinen beiden Großeltern, die reden. © Kool Filmdistribution

Szene aus Still Walking

Was ist Familie? Wird sie vom Blut bestimmt, von Liebe oder von Anerkennung des Oberhauptes? Familie Yokoyama muss sich diesen Fragen stellen, als sie sich wie jedes Jahr zum Todestag des verstorbenen Sohns und Bruders Junpei im Haus der alternden Eltern treffen. Es kommen die Tochter Chinami mit Mann und zwei Kindern und der andere Sohn Ryota mit seiner Frau und dem Sohn. Die Kinder spielen im sommerlichen Garten, die Frauen kochen nach alten Familienrezepten und beim gemeinsamen Mahl erzählt man von früher. Doch es bauen sich merkliche Spannungen auf, vor allem zwischen Ryota und seinen Eltern, die die von ihm geheiratete Witwe und ihren Sohn nicht als Teil der Familie anerkennen.

Kore-eda widmet sich diesem Familientreffen in aller Ruhe. Tempo und Bilder erinnern bisweilen an die Filme Ozus, beschwören aber auch Erinnerungen an taiwanesische Meister wie Edward Yang oder Hou Hsiao-Hsien herauf. Wie auch vor allem im Frühwerk des Regisseurs nimmt der Tod und die Trauer eine zentrale Rolle ein. Über dem gemütlichen Beisammensein liegt stets eine spürbare Melancholie und Bitterkeit über unausgesprochenen Schmerz und nicht verheilte Wunden. „Still Walking“ benötigt nicht die Drastik von Filmen wie „Das Fest“ oder „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, um die tiefgreifenden Probleme in der Familie und den einzelnen Beziehungen aufzuzeigen. Er tut dies sanft, findet seine Kraft im Beiläufigen, Alltäglichen. Das großartige Ensemble, bestehend aus vielen Stammschauspielern des Regisseurs wie Kirin Kiki, Hiroshi Abe oder You, überzeugt in jeder Sekunde und gibt dem Zuschauer die Möglichkeit nicht nur jede Figur, sondern vor allem jede Generation, von den kleinen Kindern bis zu den Alten, zu verstehen. Zweifellos eines der großen Meisterwerke eines der größten Regietalente Asiens. Joris Coerdt

Termin(e): 26.04.2020 ab 20:15 Uhr
Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
6,50 Euro / 4,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.