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Veit Helmer - Eine Werkschau

Im Bild zu sehen ist in schwarz-weiß Regisseur Veit Helmer, mit dünnem Bart und Halbglatze. Er stützt seinen Kopf auf sein Handgelenk. © Boryana Pandova

Der Regisseur Veit Helmer

Veit Helmer ist ein Regisseur, der sich schwer festlegen lässt. Er dreht überall auf dem Globus, lehrt an ebenso vielen und verschiedenen Filmhochschulen, experimentiert mit Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilm. Dabei kommt dann auch mal ein Stummfilm in Ascherbaidschan heraus, in dem Serben, Franzosen und Spanier mitspielen. Wie funktioniert so etwas? Das mag vielleicht an dem speziellen Stil liegen, den sich der Regisseur angeeignet hat. Denn in seinen Filmen wird meist wenig bis gar nicht gesprochen. Ganz in der Tradition des Stummfilmes nutzt Helmer expressives Spiel, Mimik, Musik und visuelle Gags, um seinen Filmen Klang und Rhythmus zu geben. Durch die hohe Musikalität seiner Inszenierung vergisst man rasch, dass der Film oft im Grunde stumm ist. Natürlich müssen dadurch auch neue beziehungsweise andere Wege zum Erzählen erschlossen werden. Dort kommt dann eine von Helmers großen Vorlieben und Stärken ins Spiel: Das Absurde. Nicht umsonst taufte er seinen 2008 erschienenen Film auch „Absurdistan“. Die Orte in Veit Helmers Filmen sind eigentümliche Mischungen aus einerseits grotesken Fantasiewelten und andererseits einem genauen Blick für die Kultur und Eigenheiten der Regionen, in denen die Filme grob angesiedelt sind. Das Spannungsverhältnis dieses märchenhaft-absurden Realismus entlädt sich in den melodischen Geschichten, die den Zuschauer mit Witz und ureigenem Charme verzaubern.

Veit Helmer ist ein Unikat im deutschen Film, womöglich sogar im europäischen. Sein Werk ist abwechslungsreich und immer wieder überraschend. Dennoch kann man sich immer auf eines verlassen, wenn man in einen Helmerfilm geht: Es wird ein unvergessliches und bezauberndes Erlebnis. Joris Coerdt