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Koki-September-Programm

September 2020 Titel quer

Liebe Freundinnen und Freunde
des Kinos im Künstlerhaus!

Es gab schon bessere Zeiten für die Kinos! Die engagierte Filmkritikerin Dunja Bialas schreibt in KINEMA KOMMUNAL (der Zeitschrift des Bundesverbandes Kommunale Filmarbeit) - Ausgabe 2/2020: „Die
Theater und Kinos, sie sind vom Corona-Virus befallen. – Zugelassen und befördert hat dies die Politik. Lange, zu lange hat es gedauert, bis überhaupt der kulturelle Bereich im Zuge der „Öffnungsstrategien“
in den Blick genommen wurde, auch wie es den freischaffenden Künstler*innen ging, entzog sich der Aufmerksamkeit. Im Gegenzug hat die Politik nicht gezögert, als es darum ging, die Kultureinrichtungen
zu schließen. Theater und Kinos hatten schon zu, da spielte der Fußball noch in den Stadien. Jetzt werden sie als eine der letzten Einrichtungen wieder aufgemacht, nur Schulen und Universitäten (…) sind noch später dran. (…) Wir müssen annehmen, dass es hochinfektiöse Denkaerosole gibt, die den Besuch einer Universität, einer Schule, eines Theaters oder Kinos heikler machen als (…) der Besuch eines Fitnessstudios.“ „Hochinfektiöse Denkaerosole“! Ein wunderbares, in diesem Fall natürlich polemisch gezieltes Sprachbild! – Ich bin der Meinung, diese unsichtbaren, entlang des Lichtstrahls der Projektion sich entfaltenden „Denk-Aerosole“ sind das Elixier, das viel zu selten zum Tragen kommende Potenzial des Kinos. Das große, das „andere“ Kino denkt! Es denkt in Bildern oder
in Geschichten, die Poesie und Wirklichkeit miteinander verweben, die das, was wir sehen, hinterfragen oder zum Tanzen bringen.
Und ich kenne keine schönere Aufgabe, als ein Kinoprogramm zu präsentieren, das wirklich „infiziert“!

Schauen Sie in dieses Septemberprogramm: GIRAFFE – ein Film, der jegliche psychologischen Erzählkonventionen unterläuft, der gleichzeitig Dokumentarund Spielfilm ist. Ein kleiner Ausschnitt der Wirklichkeit, groß (-artig) inszeniert. Oder VITALINA VARELA - ein sich aus dem Dunklen schälendes Filmgedicht, das sich kaum mit Worten beschreiben lässt. Oder Roy Anderssons filmische Tableaus einer traurigen Welt in ÜBER DIE UNENDLICHKEIT, die irgendwie an Edward Hopper, aber auch an den Karikaturisten Manfred Deix erinnern. Und dann die SPACE DOGS – die Geschichte der Hündin Laika, des ersten Lebewesens im All, und ihrer Nachkommen auf den Straßen Moskaus. Selten ist Kino so eindrucksvoll auf den Hund gekommen.
Ich ende mit dem üblichen schlechten Gewissen, einmal wieder all die anderen Highlights im Programm an dieser Stelle nicht erwähnt zu haben.

Schauen Sie einfach rein – lassen Sie sich infizieren – aber nur vom Kino!

Ralf Knobloch-Ziegan

Adresse

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover