Programm Gedenkstätte Ahlem

„Probelauf“ für den Holocaust

Das kurze Leben von Hans Rosenbaum in den Rotenburger Anstalten der Inneren Mission. Vortrag von Dr. Anke Sawahn

Hans Rosenbaum wurde 1920 in Hannover geboren und wurde 1940 ermordet. Er war der Sohn jüdischer Eltern und der ältere Bruder von Henny Rosenbaum (1925 – 2017). Das Leben der Schwester ist in der Gedenkstätte Ahlem gut dokumentiert. Sie gehörte zu den wenigen  Überlebenden der nach Riga deportierten jüdischen Frauen.

Aber das Schicksal von Hans Rosenbaum war nahezu unbekannt. Für ihn liegen sowohl in Hannover als auch in Rotenburg (Wümme) je ein  Stolperstein. Denn elf Jahre seines kurzen Lebens verbrachte er in den evangelischen Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, gegründet  1880 als „Asyl für Epileptische und Idioten“. 1930 nannten sie sich „Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, Heil- und Pflegeanstalt für  Epileptische, Geistesschwache und -kranke“.

Hans Rosenbaum war geistig und vermutlich auch körperlich behindert. Er kam 1929 nach Rotenburg. Seine Patientenakte blieb nur teilweise erhalten. Seit August 1941 beteiligte sich auch die dortige Anstalt an der „Aktion T4“ (benannt nach der Adresse der verantwortlichen  Zentraldienststelle in Berlin, Tiergartenstraße 4). Sie wurde beschönigend „Euthanasie“, altgriechisch für „der leichte Tod“, genannt. Ein Euphemismus für die systematischen Krankenmorde in der NS-Zeit als Teil der nationalsozialistischen „Rassenhygiene“. Eines der Opfer war  Hans Rosenbaum.

Dr. Anke Sawahn

arbeitet freiberuflich als Historikerin und Germanistin. Sie hat an den Mahnmalen für die ermordeten jüdischen Menschen aus Hannover, in der  Ohestraße und am Opernplatz, mitgearbeitet.

Veranstalterin: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem

Termine

27.06.2021 ab 15:00 Uhr

Ort

Gedenkstätte Ahlem
Heisterbergallee 10
30453 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

Eintritt: frei