Programm Gedenkstätte Ahlem

Katar, die WM und die Menschenrechte

Gespräch und Diskussion am 3. November 2022 beim SV Arminia - Veranstaltungsreihe „Nachspielzeit“

Keine Vergabe einer Fußball-WM hat bisher so starken Protest hervorgerufen wie die Entscheidung des Weltverbandes Fifa, das diesjährige Turnier im Emirat Katar ausrichten zu lassen.

Dass „die WM 2022 in Katar das Sinnbild der Korruption im Fußball ist“ („Frankfurter Rundschau“), ist dabei nur ein Aspekt der Kritik. Schließlich haben Bestechungsgelder auch bei der Vergabe voriger Weltmeisterschaften eine Rolle gespielt.

Es ist vor allem die Menschenrechtspolitik des Emirats, die den Protest hervorgerufen hat.

In Deutschland etwa hat sich die Initiative #BoycottQatar2022 formiert, die so viele Fans wie möglich dazu bewegen will, die Spiele der WM nicht zu verfolgen – und die statt dessen mit eigenen Turnieren und anderen Veranstaltungen dem Event in der Wüste etwas entgegen setzen möchte.

Wie kann es gelingen, während der WM Kritik und Protest sichtbar zu machen? Wie formuliert man Kritik an der Fifa und Protest gegen die Verbände, ohne dass sich das abnutzt?

Denn: Bücher und Investigativreportagen zur mangelnden moralischen Integrität von Fifa-Entscheidern gibt es bereits seit Ende der 1990er Jahre.

Andererseits bietet es sich auch an, darüber zu diskutieren, was für den Austragungsort Katar spricht. Werden die dortigen Menschenrechte während der WM ein Thema sein in der internationalen Medienöffentlichkeit?

Überdies muss man darüber sprechen, ob sich in Katar im Bereich Menschenrechte in der jüngeren Vergangenheit etwas verbessert hat – und falls ja, ob es sich um nachhaltige Veränderungen handelt.

Die Fragen, die im Kontext der WM in Katar auf der Agenda stehen, werden auch nach dem Turnier aktuell bleiben. Autoritäre Staaten nehmen in vielerlei Hinsicht Einfluss in und auf den Fußball, nutzen ihn als außen- und geopolitisches Instrument.

Die Rolle des katarischen Staats als De-facto-Besitzer von europäischen Vereinen und als Sponsor weiterer Clubs ist dabei nur ein Aspekt.

Angesichts des Agierens der Fifa und den windelweichen Statements des DFB zum Thema Menschenrechte in Katar stellt sich auch einmal mehr die Frage, ob die bestehenden Verbände überhaupt reformierbar sind und ob nicht dringend eine Diskussion darüber geführt werden müsste, inwiefern sich Fußball anders organisieren lässt als in den bestehenden Verbänden.

Gäste

Über diese Fragen diskutiert zweieinhalb Wochen vor Beginn der WM der Medienjournalist und Fußballbuchautor René Martens mit folgenden Gästen: dem FC-Bayern-Fan Michael Ott, der in seinem Verein einen Antrag zur Beendigung des Sponsorings durch das Staatsunternehmen Qatar Airways eingebracht hat, dem in der katarischen Hauptstadt Doha lehrenden Politikwissenschaftler Danyel T. Reiche und dem #BoycottQatar2022-Mitinitiator Dietrich Schulze-Marmeling.

Termine

03.11.2022 ab 20:00 Uhr

Ort

SV Arminia Vereinslokal
Bischofsholer Damm 119
30173 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

Gespräch und Diskussion am 3. November 2022 beim SV Arminia Hannover