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Gräberfeld auf dem Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer © LHH

Gräberfeld auf dem Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer

Erinnerungsort

Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer

Auf dem Gräberfeld ruhen KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus ganz Europa. Das Mahnmal erinnert an 153 Männer und eine Frau, aus der Sowjetunion und anderen Ländern, die am 6. April 1945 in Hannover von Gestapo-Angehörigen ermordet wurden.

Die Städtische Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover übernimmt seit ihrer Gründung im Jahr 2010 die wissenschaftliche Betreuung des Mahnmals am Ehrenfriedhof. In den vergangenen Jahren wurden hier neue Formen des Gedenkens konzipiert. Der Ehrenfriedhof wird zunehmend als Ort europäischer Erinnerung wahrgenommen. Zahlreiche Akteure engagieren sich für das Gedenken am Ehrenfriedhof Maschsee-Nordufer: Seit den 1980er Jahren fördert auch die IG Metall die Erinnerungsarbeit. Angehörige der IG Metall Jugend bereichern die Gedenkveranstaltungen zum Antikriegstag durch ihre Reflexionen und Beiträge. Die St. Ursula-Schule und die Bertha-von-Suttner-Schule haben Patenschaften für den Gedenkort übernommen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich durch regelmäßige Pflegearbeiten für den Erhalt des Ehrenfriedhofs ein und beschäftigen sich inhaltlich mit der Erinnerung und dem Gedenken an den Zweiten Weltkrieg. Dank diesem Engagement konnten in den letzten Jahren zahlreiche Projekte verwirklicht werden: In den Jahren 2008 und 2010 wurden zwei Geschichts- und Erinnerungstafeln aufgestellt, die vor Ort über die Geschichte des Ehrenfriedhofs aufklären.

Seit 2011 initiiert die Städtische Erinnerungskultur der Landeshauptstadt gemeinsam mit der AG Maschsee Internationale Jugendbegegnungen, die alle zwei Jahre Anfang Mai stattfinden. Zum Beispiel im Mai 2015: „Aus der Vergangenheit in die Zukunft – Jugend bewegt Europa“. Schülerinnen und Schüler aus Russland, Polen, Frankreich, Lettland und Griechenland reflektierten hier gemeinsam mit hannoverschen Jugendlichen zur Geschichte des Ehrenfriedhofs und zu Formen einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur. Ihre Ergebnisse präsentierten sie bei den Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung am 8. Mai.

Am 8. Mai 2012 wurde das Gedenkbuch zum Ehrenfriedhof der Öffentlichkeit übergeben. Im Auftrag der Städtischen Erinnerungskultur wurden in einer umfassenden Namensrecherche über 160 Namen der 386 auf dem Ehrenfriedhof begrabenen Personen ermittelt. Diese Namen wurden nach der Maßgabe „Eine Seite, ein Name, ein Schicksal“ in das Buch aufgenommen, das in der Grotte im Neuen Rathaus dauerhaft ausgestellt ist. Die Grotte dient als Raum dem Gedenken und der Reflexion sowie durch eine Ausstellung auch als Ort der Information.

Nach Jahrzehnten der Verdrängung haben die Namen ihren Platz gefunden: inmitten der Stadtgesellschaft.