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Festakt

25 Jahre Holocaust-Mahnmal am Opernplatz

Am 16. Dezember 2019 würdigte die Landeshauptstadt Hannover im Rahmen eines Festakts im Neuen Rahaus die vor 25 Jahren auf Initaitive des Vereins "Memoriam" erfolgte Errichtung des Holocaust-Mahnmals auf dem Opernplatz. Das Mahnmal für die ermordeten jüdischen Bürger*innen der Stadt Hannover war nach längeren öffentlichen Diskussionen am 9. Oktober 1994 eingeweiht worden. Das Mahnmal erinnert an die über 6.800 Juden, die in Hannover lebten und die von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die Namen von 1.935 Ermordeten, ihr Alter und ihre Schicksale sind in die Sandsteinplatten des von Michelangelo Pistoletto entworfenen Mahnmals eingraviert.

Vorführung dokumentarischer Filmaufnahmen von Horst Latzke aus dem Jahr 1994 © LHH

Vorführung dokumentarischer Filmaufnahmen von Horst Latzke aus dem Jahr 1994

In ihrem Grußwort dankte Bürgermeisterin Regine Kramarek den damaligen Beteiiligten für ihr wegweisendes zivilgesellschaftliches Engagement. Bürgermeisterin Kramarek hob in diesem Zusammenhang die besondere Initiative und zentrale Rolle von Lea Rosh hervor. Lea Rosh, damals Direktorin des NDR-Landesfunkhauses, trug als Sprecherin des 1991 gegründeten Vereins "Memoriam" maßgeblich die zur Errichtung eines Denkmals für die jüdischen Opfer der Deportationen. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg sammelte der Verein, dem namhafte Bürger*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur angehörten, damals private Spenden für die Errichtung des Mahnmals. In der Öffentlichkeit und der Politik wurde ausführlich über das Mahnmal, seine Ausgestaltung und seine zentrale Lage am Opernplatz diskutiert.

Als Zeitzeuge der damaligen Diskussionen um das Mahnmal und Beteiligter am Planungsprozess wies Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R, anschließend auf die nachhaltige Bedeutung des Holocaust-Mahnmals für die hannoversche Stadtgesellschaft und die jüdischen Gemeinden in Hannover hin. Das Mahnmal ist sowohl ein Erinnerungsort für die Angehörigen der Ermordeten als auch ein steinernes Zeichen gegen den gesellschaftlichen Antisemitismus.

Über die Zusammenstellung der Namen und Schicksale der Ermordeten auf dem Mahnmal sprach der Historiker Dr. Peter Schulze, der die Namen damals für das Mahnmal recherchierte. In seinem Vortrag beleuchtete er die Schwierigkeiten bei der Recherche der Schicksale und erläuterte die Kriterien für die Zusammenstellung der Namen. Die Suche nach weiteren Namen und die Erforschung ihrer Schicksale dauert an.

Die damalige Errichtung des Mahnmals und die Reaktionen der Stadtgesellschaft illustrierten zum Abschluss des Festakts dokumentarische Filmaufnahmen von Horst Latzke aus dem Jahr 1994 sowie eine kleine Presseschau der Jahre 1991 bis 1994.