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Weltflüchtlingstag

Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Am Internationalen Weltflüchtlingstag und dem nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, dem 20. Juni, lud die Städtische Erinnerungskultur den durch viele integrative Projekte bekannten Rapper Spax zu einer Gesprächsrunde mit Flüchtlingen im Neuen Rathaus ein.

Spax und seine Gesprächspartner Cevahir Sansar, Omid Bahadori (mit Sohn) und Hossein Kiumarz Naghipour zusammen mit Bürgermeister Thomas Hermann im Hodlersaal © LHH

Spax und seine Gesprächspartner Cevahir Sansar, Omid Bahadori (mit Sohn) und Hossein Kiumarz Naghipour zusammen mit Bürgermeister Thomas Hermann im Hodlersaal

Der vom Bundeskabinett 2014 beschlossene bundesweite „Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung“ wird seit dem 20. Juni 2015 jährlich begangen. Der Gedenktag geht auf einen Antrag der CDU/CSU und der FDP für einen Gedenktag für Vertriebene zurück. Dieser wurde im Parlament, in der Öffentlichkeit und von der Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert. Als Kompromiss wurde 2014 ein „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ für den 20 Juni beschlossen; an diesem Tag wird seit 2001 der von der UN beschlossene „Weltflüchtlingstag“ begangen. Wie Bürgermeister Thomas Hermann in seinem Grußwort betonte, sollten im Fokus der hannoverschen Gedenkveranstaltung in diesem Jahr solche Menschen stehen, die sich nach der Flucht in Hannover gut etabliert haben und hier „neue Wurzeln“ geschlagen haben.

Den Auftakt gab eine Gruppe von vier Jugendlichen, die aus verschiedenen Ländern im Mittleren Osten nach Deutschland geflohen sind. Sie waren Teilnehmer am Projekt „I have a dream“ des Diakonischen Werkes in Zusammenarbeit mit Spax. Ergebnis des Projekts war ein gleichnamiges, selbstkomponiertes Rap-Lied auf Deutsch und den Muttersprachen aller teilnehmenden Jugendlichen. Das Projekt wurde mit dem Gesellschaftspreis des Deutsch-Türkischen Netzwerks 2017 ausgezeichnet.

Nach dem Grußwort von Bürgermeister Hermann führte Spax Gespräche mit drei ehemaligen Flüchtlingen: Cevahir Sansar aus Syrien, Omid Bahadori aus Iran und Hossein Kiumarz Naghipour, ebenfalls aus Iran. Alle leben seit zwanzig Jahren oder länger in Deutschland. Frau Sansar sprach unter anderem über die Möglichkeit – und Notwendigkeit – für Frauen in Deutschland eigenständig und stark zu sein. Omid Bahadori fühlt sich als Musiker inzwischen als Weltbürger, und gab ein musikalisches Intermezzo auf der Gitarre. Hossein Naghipour sprach über die hohe Bedeutung von Kommunikation zwischen Menschen und Ländern und freute sich, dass die politisch-emanzipatorischen Bestrebungen iranischer Gewerkschafter auch in Hannover Beachtung und Unterstützung finden. Ein Konsens der Gespräche waren die Gemeinsamkeiten, die Menschen aller Herkünfte verbinden.

Alle drei Gesprächspartner sind auch Protagonisten der Ausstellung „Neue Wurzeln“ der Journalistin Katharina Sieckmann und des Photographen Micha Neugebauer in Zusammenarbeit mit dem MiSO-Netzwerk Hannover e.V. Die Ausstellung findet an vier Stellen in Hannover statt; die vierte und letzte Station ist das Neue Rathaus (4.7.2017 – 16.7.2017).

Abgerundet wurde der Nachmittag durch einen beeindruckenden spontanen gemeinsamen Auftritt von Spax und Omid Bahadori.