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Städtische Erinnerungskultur

Neue Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum ZeitZentrum Zivilcourage“

Die neue Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum ZeitZentrum Zivilcourage“ verkürzt die Wartezeit bis zur offiziellen Eröffnung des zukünftigen außerschulischen Lernorts zur Geschichte der hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus im Frühjahr 2020. Zwei Veranstaltungen sind bereits geplant: Am 9. September und am 21. Oktober finden in den Räumlichkeiten des Lernorts zwei öffentliche Vorträge statt.

Außengebäude des Lernorts mit Sicht zum Rathaus © LHH

Außengebäude des Lernorts mit Sicht zum Rathaus

Zum Auftakt der Reihe gibt es am Montag (9. September) um 18 Uhr, ZeitZentrum Zivilcourage, Theodor-Lessing-Platz 1A, eine Buchvorstellung und einen Vortrag von Dr. Johannes Schwartz, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Provenienzforschung in den Museen für Kulturgeschichte und im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Hannover, zu "Handlungsräume und Gewaltpraktiken von KZ-Aufseherinnen in Ravensbrück, Neubrandenburg sowie Hannover-Limmer".

Schwartz geht dabei folgenden Fragen anhand von personenbezogenen Fallbeispielen aus den Frauen-KZ Ravensbrück, Neubrandenburg und Hannover-Limmer nach: Welche Handlungsräume hatten Aufseherinnen in Frauen-Konzentrationslagern? Welche Formen der Gewalt wendeten sie an, um sich durchzusetzen? Welche Funktionen hatten ihre Gewalt und die Zwangsarbeit der Gefangenen? Welche Vorstellungen von Geschlecht verfolgten sie? Wie versuchten sie sich nach dem Krieg zu rechtfertigen?

Weiter geht es am 21. Oktober um 18 Uhr, ZeitZentrum Zivilcourage, Theodor-Lessing-Platz 1A. Dann setzen sich Prof. Dr. Meike Sophia Baader und Dr. Tatjana Freytag mit "Erinnerungskulturen als pädagogische und bildungspolitische Herausforderungen" auseinander. Dabei nehmen sie unter anderem folgende Fragen zur historisch-politischen Bildungsabeit in den Blick: Inwiefern sind Fragen der Erinnerungskultur zentral für die politische Bildung und warum sind sie Gegenstand der Pädagogik und der Erziehungswissenschaft? In welchen Fächern und Disziplinen werden sie an den Universitäten bearbeitet und welche Herausforderungen sind damit verbunden?

Prof. Dr. Meike Sophia Baader ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft sowie Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Stiftung Universität Hildesheim. Forschungsschwerpunkte: u.a. Historische Bildungsforschung, Bildungs- und Erziehungsprozesse im Themenfeld Demokratie und Erziehung.

Dr. Tatjana Freytag forscht und lehrt an der Stiftung Universität Hildesheim unter anderem zu zeitgeschichtlichen Erziehungs- und Bildungsprozessen, zu Erinnerungskulturen, zu den Themen Demokratie und politische Bildung sowie zu Diskriminierung und Rassismus in der Migrationsgesellschaft.