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NS-Propagandafilm zum Ghetto Theresienstadt

Am Montag, den 23. Oktober, zeigt das Kommunale Kino den NS-Propagandafilm "Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet" von Regisseurin Kurt Gerron aus dem Jahr 1944. Der auch unter dem Titel „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ bekannte NS-Film, der bis Kriegsende nie öffentlich aufgeführt wurde, sollte dem Ausland ein geschöntes Bild des Lebens in Theresienstadt zeigen. Kontrastiert wird dieser Propagandafilm durch eine wissenschaftliche Einführung und den ebenfalls gezeigten Dokumentarfilm "Theresienstadt sieht aus wie ein Kurort" aus dem Jahr 1997, über die Erinnerungen einer Überlebenden an das Ghetto Theresienstadt, die im Propagandafilm kur zu sehen ist.

Ausschnitt aus dem NS-Propagandafilm "Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet", 1944 © Arsenal

Ausschnitt aus dem NS-Propagandafilm "Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet", 1944

"Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet" ist die zweite Filmvorführung im Herbst/Winter 2017 der Filmreihe "Erinnerungsbilder" der Städtischen Erinnerungskultur und des Kommunalen Kinos im Künstlerhaus. Eine wissenschaftliche Einführung erfolgt durch Dr. Dirk Alt, Gesellschaft für Filmstudien e.V.

Bekannt auch unter dem Titel "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt", gehört THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET zu den perfidesten Filmproduktionen der NS-Zeit. Dabei handelt es sich hier nicht um die von den Vertretern des NS-Regimes praktizierte offene Hetze im Rahmen der aggressiven antijüdischen Propaganda, wie sie noch in vorgeblichen Dokumentationen wie „Juden ohne Maske“ (1938) oder „Der ewige Jude“ (1940) betrieben wurde. Anders als jene waren die Bilder in diesem Film aber nicht für das damalige deutsche Publikum bestimmt: Gärten, in denen Kinder spielen, Jugendliche bei einer Theateraufführung oder beim Sport, kräftig wirkende Männer bei der Arbeit, außerdem Dutzende Vertreter der jüdischen Prominenz – die Art und Weise, wie der Film das "jüdische Leben" in Theresienstadt darstellt, zielte auf die internationale Öffentlichkeit, die nicht erfahren sollte, was in Wahrheit in den "Ghettos" geschah.
(asynchron)

Theresienstadt. Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet
NS-Propagandafilm  | Regie: Kurt Gerron
Deutschland 1944 | Länge: 17 Minuten

Dokumentarfilm "Theresienstadt sieht aus wie ein Curort", 1997

Josefa Stibitzova wurde im Juni 1942 aus ihrer Heimatstadt Kolin in Böhmen in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie war 69 Jahre alt und krank. Der "Logik" des Holocaust zum Trotz hat sie in Theresienstadt im Mai 1945 die Befreiung erlebt. Kurz nach ihrem 75. Geburtstag im Jahr 1948 hat sie ihre Erinnerungen an den Aufenthalt in Theresienstadt auf ein Tonband gesprochen. Dieses Tonband ist erhalten geblieben. Erhalten geblieben sind auch Schwarzweißfotografien, die Josefa Stibitzova an einem sonnigen Sommermorgen im Jahre 1942 zeigen, wie sie in der Begleitung ihrer Töchter zu der Sammelstelle in Kolin geht, und Fotos, die ihr Wiedersehen mit ihrem Sohn im Mai 1945 in Theresienstadt dokumentieren. Auch einige Postkarten, die Josefa Stibitzova aus Theresienstadt schickte, sind erhalten geblieben. Auf einer steht: "(...) Theresienstadt sieht aus wie ein Curort wurde gefilmt von der 'Aktualität' auch unser Häuschen bin gerade draußen auf der Gartenbank." In dem Fragment des unter dem Titel Der Führer schenkt den Juden eine Stadt bekannten NS-Propagandafilms ist Josefa Stibitzova zu sehen - auf einer Gartenbank vor einer Holzbaracke. Das Material wurde kürzlich in einem privaten Archiv in Prag gefunden. Der einzige Kommentar unseres Dokumentarfilms ist die Erzählung von Josefa Stibitzova aus dem Jahr 1948. Mit Lust und Verve schildert die alte Frau ihren dreijährigen Überlebenskampf.
(Nadja Seelich/Bernd Neuburger; )

Theresienstadt sieht aus wie ein Kurort
Dokumentarfilm | Regie: Nadja Seelich
Österreich 1997 | 51 Minuten | Sprache: OmU

Termin(e): 23.10.2017 
von 19:30 bis 22:00 Uhr
Ort

Kommunales Kino im Künstlerhaus

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 6,50 €
Eintritt ermäßigt 4,50 €
Eintritt für Schülergruppen 3,00 € pro SchülerIn
Eintritt für Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber frei

Kinokasse: Kartenverkauf, Reservierungen, Infos
Geöffnet eine 1/2 Stunde vor Veranstaltungsbeginn

Tel: (0511) 168-45522
E-Mail: kokiKasse@hannover-stadt.de

Kommunales Kino im Künstlerhaus
Sophienstraße 2
30159 Hannover
Webseite: http://www.koki-hannover.de