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Rathauskontor

ZeitZentrum Zivilcourage: Räume bezugsfertig

Am 18. Juni wurden im Rahmen eines Pressetermins die Räumlichkeiten des neuen "Lernorts Erinnerung und Demokratie" vorgestellt.  

Drei Personen zeigen eine Visualisierung in einem aktuell noch recht leeren Raum © LHH

Dr. Karljosef Kreter, Gitta Weymann und Konstanze Beckedorf bei der Vorstellung der Räume

Dr. Karljosef Kreter, der Leiter der städtischen Erinnerungskultur, vermittelte dabei auf einer fiktiven und spannenden Reise das zukünftige Ausstellungskonzept auf eindrückliche Art und Weise. Gemeinsam mit Kulturdezernentin Konstanze Beckedorf und Gitta Weymann, Bereichsleiterin Zentrale Angelegenheiten im Fachbereich Kultur, führte er durch die derzeit noch leeren Räume.

Eröffnung des ZeitZentrums Zivilcourage für Frühjahr 2020 geplant

Lange wurde an einem Konzept für einen "Lernort Erinnerung und Demokratie" gearbeitet und sowohl nach einem passenden Ort als auch Namen gesucht. Umfangreiche Vorarbeiten wurden mit dem wissenschaftlichen Beirat und in zahlreichen Gesprächen mit Vertreter*innen aus dem Netzwerk Erinnerung und Zukunft geleistet. Jetzt sind die Räumlichkeiten des neuen ZeitZentrums Zivilcourage in der ehemaligen VHS, dem heutigen Rathauskontor, so weit fertig, dass die Ausstellung geplant und eingebaut werden kann. Dies wird in den nächsten Monaten stattfinden. Die Eröffnung des ZeitZentrums Zivilcourage ist im Frühjahr 2020 geplant.

Die Geschichte der NS-Zeit wird anhand des Lebenswegs von Menschen vermittelt

Im Mittelpunkt der Ausstellung des ZeitZentrums Zivilcourage werden Menschen stehen, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Hannover gelebt und gewirkt haben. Angesichts der Tatsache, dass es in wenigen Jahren kaum noch Möglichkeiten geben wird, mit überlebenden Opfern des Nationalsozialismus ins Gespräch zu kommen, wird das pädagogische Konzept der Ausstellung eine Lücke füllen. Während die schulische Vermittlung von demokratischen Prinzipien oder der Geschichte des Nationalsozialismus bei Kindern und Jugendlichen eher theoretische Grundlagen schafft, soll im ZeitZentrum Zivilcourage die Geschichte der NS-Zeit nah am Lebensweg von Menschen vermittelt werden. Die Besucher*innen klären Lebensgeschichten von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Hannover gelebt haben, "detektivisch" auf und stellen sie in den historischen Zusammenhang. Hierbei erkennen die Besucher*innen die Folgen einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung am Beispiel einer Biografie, die im Spannungsfeld von MITMACHEN ODER WIDERSTEHEN erforscht wird. Daraus entstehen, begleitet von erfahrenen Pädagog*innen, Überlegungen und Nachfragen zum eigenen Handeln in Gegenwart und Zukunft.

Kosten belaufen sich auf 1,45 Millionen Euro

Das ZeitZentrum Zivilcourage ist ein Teil des Rathauskontors, das die Stadt Hannover von der BAUM-UNTERNEHMENSGRUPPE angemietet hat. Die Kosten für den Umbau der ehemaligen VHS in die modernen Räume des ZeitZentrums Zivilcourage belaufen sich auf einmalig 1,45 Millionen Euro. Weitere 0,67 Millionen Euro entfallen auf die Planungs- und Einrichtungskosten der Ausstellung selbst.

Von der Idee einer modernen Erinnerungskultur bis hin zum ZeitZentrum Zivilcourage

Die Gedenk- und Erinnerungskultur der Stadt Hannover zeichnet sich seit vielen Jahren durch vielfältige Aktivitäten und Veranstaltungen aus. Es fehlte aber ein Ort, der in der Mitte der Stadt eine zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der NS-Zeit vermittelt und sowohl Bezüge zum heutigen Leben als auch zu geschichtlich relevanten Orten in Hannover aufzeigt. Dieser Ort ist in bester Lage direkt gegenüber dem Neuen Rathaus und in Nähe des Maschsees, des Mahnmals für die ermordeten Juden Hannovers am Opernplatz und der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Aegidienkirche gefunden worden. Rat und Kulturausschuss haben über Jahre das Vorhaben parteiübergreifend unterstützt und gefordert – dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren Fremdenfeindlichkeit, offener und latenter Antisemitismus, rechtsextremistische Hetze lauter wurde. Nun ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Die Mitglieder des Beirates Erinnerungskultur sowie Mitarbeitende des Sachgebiets Kulturelle Kinder- und Jugendbildung des Bereichs Stadtteilkultur und nicht zuletzt die Teilnehmer*innen an Beteiligungsprojekten haben ihre Anteile an dem bisher Erreichten. Der Lernort "Die hannoversche Stadtgesellschaft und der Nationalsozialismus" nimmt Formen an.