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Oberbürgermeister Stephan Weil empfängt die geladenen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen anlässlich der Ausstellungseröffnung am 15.12.2011 © Landeshauptstadt Hannover

Oberbürgermeister Stephan Weil empfängt die geladenen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen anlässlich der Ausstellungseröffnung am 15.12.2011

Ausstellung

"Abgeschoben" in den Tod. Die Deportation am 15. Dezember 1941 nach Riga

Ausstellung und Katalog zur Deportation jüdischer Hannoveranerinnen und Hannoveraner am 15. Dezember 1941 nach Riga.

Am 15. Dezember 1941 wurden 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Hannover nach Riga verschleppt, in der Verwaltungssprache hieß es: Sie wurden „abgeschoben“. Von den 1001 nach Riga Deportierten lebten im Mai 1945 noch 69 Menschen.

70 Jahre nach der Deportation zeigte die Landeshauptstadt Hannover – Projekt Erinnerungskultur – in der Ausstellung „Abgeschoben in den Tod – Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga“ die chronologischen Ereignisse und die historischen Kontexte dieser menschenverachtenden Aktion. Anhand von exemplarischen Biographien wurden die individuellen Schicksale der Riga-Deportierten gezeigt, aber ebenso die Hintergründe der Täter thematisiert. Die Ausstellung klärte erstmals umfassend dieses Kapitel der hannoverschen Stadtgeschichte auf. Für Schülerinnen und Schüler wurden besondere pädagogische Informationsmodule angeboten.

Zu der Eröffnung der Ausstellung am 15. Dezember 2011 reisten auf Einladung der Landeshauptstadt Hannover vier Zeitzeuginnen aus den USA nach Hannover. Henny Simon, Lore Oppenheimer, Gerda Wassermann und Lona Hess sowie der nach Hannover zurückgekehrte Helmut Fürst hatten die Zeit im Rigaer Ghetto überlebt – ihre Leidensgeschichten waren Bestandteil der Ausstellungskonzeption. Nach der Eröffnung der Ausstellung berichteten die Damen im überfüllten Hodlersaal des Neuen Rathauses von ihren Erlebnissen. Besuche in Schulen und Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern waren sehr bewegend und rundeten den Besuch ab.

Die Ausstellung und ihre Begleitveranstaltungen konnten mit der Publikation des Ausstellungskatalogs nachhaltig wirken. Weitere Anregungen gingen von ihr aus. Teile der Ausstellung wurden und werden von Schulen für den Unterricht entliehen. Am 13. Und 14. Januar 2012 fand das Symposium „Erinnerungskultur als pädagogische und bildungspolitische Herausforderung“ der Stiftung Universität Hildesheim – Institut für Erziehungswissenschaft – Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover – Städtische Erinnerungskultur statt. Die Schülerinnen und Schüler der Humboldtschule und der Ursulaschule erhielten 2012 für ihre engagierte Auseinandersetzung mit der „Deportation nach Riga“ die Abraham-Plakette der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Der Ausstellungskatalog ist als Band 1 der Publikationsreihe „Schriften zur Erinnerungskultur in Hannover“ erhältlich. Der Katalog, der neben den Ausstellungsinhalten auch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Aufsätzen abbildet, wurde in einer Auflage von 6.000 Exemplaren von Dr. Karljosef Kreter und Julia Berlit-Jackstien herausgegeben und entstand in Zusammenarbeit mit der Region Hannover, dem Historischen Museum Hannover und dem Niedersächsischen Institut für historische Regionalforschung.

Begleitband zur Ausstellung

Abgeschoben in den Tod – Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga

Herausgegeben von Julia Berlit-Jackstien und Karljosef Kreter

Hannover 2011

Mit Beiträgen von Julia Berlit-Jackstien, Dr. Marlis Buchholz, Hans Harer, Wiebke Hiemesch, Dr. Karljosef Kreter, Dr. Hans-Dieter Schmid, Christiane Schröder, Dr. Peter Schulze, Dr. Edel Sheridan-Quantz

Inhaltsverzeichnis

Einleitung der Herausgeber zum Ausstellungskatalog

(= Schriften zur Erinnerungskultur, Bd. 1)

Verlag: Hahnsche Buchhandlung
ISBN: 978-3-7752-6200-2

 

BROSCHÜREN UND BERICHTE ZUR AUSSTELLUNG