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Station 2 - Mittellandkanal/Lindener Stichkanal: Abzweig nach Linden

An den Bänken der Grünfläche in Seelze-Lohnde ist der Mittellandkanal 149,59 Kilometer lang – gemessen vom Start am Dortmund-Ems-Kanal bei Bergeshövede. Nach links führt auf 11,2 Kilometern der Zweigkanal nach Linden. Er musste gebaut werden, weil zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort die Schwerindustrie blühte. Kohle wurde gebraucht, die dort produzierten Stahlteile mussten abtransportiert werden. Da der Hafen höher liegt, musste die Schleuse Linden gebaut worden, die die Schiffe um 7,80 Meter hebt.

Sonntags ab zur Baustelle: Irgendwann zwischen 1915 und 1916 fuhr hier das erste Schiff im frisch ausgehobenen Mittellandkanal vorbei. Dass durch die Äcker und Wiesen plötzlich Kähne fahren sollten, konnte sich kaum jemand vorstellen. Die Landwirte waren teils begeistert - wenn sich ihre Feuchtwiesen entwässerten und nutzbar wurden, teils verärgert - wenn Felder trocken fielen und Brunnen versiegten. Sonntags waren die Großbaustellen ein Zuschauermagnet. Familien strömten herbei, um in die tiefe Rinne zu schauen.

Zwischen 1906 und 1915 war der Abschnitt vom Dortmund-Ems-Kanal bis Minden und weiter bis kurz vor Hannover gebaut worden. Jetzt machte der erste Schleppzug in Misburg fest.

Auf dem hannoverschen Stadtgebiet waren zeitgleich Häfen und Gleisanlagen gebaut worden: Lindener, Misburger und Brinker Hafen sowie Nordhafen. Es gab trotz dampfgetriebener Bagger einen großen Bedarf an Arbeitern. Im Ersten Weltkrieg wurden Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene zum Schachten eingesetzt. 1928 erreichte der Kanal Peine und 1938 schließlich nach 321 Kilometern den Endpunkt bei Magdeburg. Dort sollten die Schiffe in die Elbe und den Elbe-Havel-Kanal fahren. Ein Projekt von europäischer Dimension: Lastschiffe konnten von den Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz über Flüsse und Kanäle bald bis Polen und Tschechien fahren.