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Industriekultur im östlichen Deister

Station 1 - Das Rittergut Bredenbeck

Knigges Geburtsort und immer noch im Besitz der Freiherrn Knigge.

Rittergut Bredenbeck © T. Langreder, Region Hannover

Rittergut Bredenbeck

Der berühmte Baron Knigge wurde hier geboren. Der deutsche Schriftsteller und Aufklärer - bekannt durch sein kurz vor der französischen Revolution verfasstes Werk „Über den Umgang mit Menschen“ - erblickte als Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge am 16. Oktober 1752 das Licht der Welt am Deister. Mit 14 Jahren musste er nach Hannover ziehen und Privatunterricht nehmen. Sein Vormund hatte den Ortswechsel angeordnet, denn seine Mutter starb als Knigge elf war, sein Vater drei Jahre später. Der junge Adolph erbte Schulden, das Gut geriet unter Zwangsverwaltung. Sein als Benimmratgeber missverstandenes Werk für mehr Menschlichkeit und für die Verwirklichung der Menschenrechte schrieb Knigge nach dem Jurastudium in Göttingen in seinem Gartenhaus in der Calenberger Neustadt in Hannover. Knigge verstand sich als Aufklärer. Der Verlag aber fügte nach dessen Tod Benimmregeln dem Band zu, so dass Knigge heute hauptsächlich dafür bekannt ist.

Das Gut in Bredenbeck dient bis heute als Stammsitz der Freiherrn Knigge. Es wird noch bewirtschaftet und ist daher für Besucher tabu. Doch von der Einfahrt aus lässt sich über den weiten Hof auf das 1825 erbaute Herrenhaus blicken. Dort stand zuvor eine Burg.

Rittergut Bredenbeck © T. Langreder, Region Hannover

Rittergut Bredenbeck

Schon 1338 erhielten der Ritter Hermann von Knigge und sein Sohn das Schloss Bredenbeck geschenkt. Die Herzöge Otto und Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg verlangten allerdings dafür, das Wasserschloss zu sichern und ihnen in Notzeiten zu öffnen. Es wurde zur mächtigsten Wasserfestung des Calenberger Landes ausgebaut, die jedoch 1550 niederbrannte. Henni von Knigge ließ bald für seine beiden Söhne je ein Wohnhaus bauen und mit Wassergräben sichern. Heute steht noch ein altes Gebäude an zwei Teichen auf dem Grundstück. Von 1846 bis 1860 erhielt die Anlage ihr heutiges Aussehen. Die Knigges beauftragten den hannoverschen Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864), Herrenhaus und Stallungen neu zu gestalten. Aktiv wurde dieser schon 1822 und richtete Blickachsen ein, so dass Natur, Landschaft und Häuser sich zu einem Ensemble verbanden.

Adolph Freiherr Knigge zog 1780 nach Frankfurt, dann nach Heidelberg und ging später nach Hannover zurück, um sich um seine Güter zu kümmern. Von 1790 an lebte er bis zu seinem Tode 1796 in Bremen. Dort im St.-Petri-Dom liegt auch sein Grab. Eine Grabplatte erinnert daran.

Der Gutshof aber gehört weiter zum Besitz der Familie Knigge, die sich zu einer weltumspannenden Großfamilie entwickelt hat. Moritz Freiherr Knigge, geboren 1968, etwa setzt den wohlklingenden Namen seiner Familie bei Seminaren zur „Wertschätzenden Kommunikation“ ein. Sein Credo: Unternehmen, in denen es anständig zugeht, in denen aufgeräumt wird mit Missverständnissen und Kränkungen der Mitarbeiter, leben länger. Mehr Einblicke in das Leben und Wirken der Knigges ist in der Heimatstube Bredenbeck zusammengetragen.