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Station 1 - Hindenburgschleuse Anderten - Der Reichspräsident kam 1928

Der robuste rote Granit der Schleuse kommt von Helgoland. Die Befestigungsanlage auf der Insel war nach dem Ersten Weltkrieg von den Siegermächten geschleift worden. So konnten die Steine von nun an friedlichen Zwecken dienen. Die zwei zwölf Meter breiten und 225 Meter langen Becken der Hindenburgschleuse entstanden von 1919 bis 1928. Zur Eröffnung der damals größten und modernsten Binnenschleuse Europas kam sogar der Namensgeber Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934). Der frühere Generalfeldmarschall lobte die geniale Technik und gab die Strecke bis Peine frei. Die 42.000 Kubikmeter Wasser, die bei jeder Schleusung über die 14,70 Meter Höhenunterschied durch die Schleusenkammern fließen müssen, sind nicht verloren. Sie werden zu 75 Prozent für die Bergschleusung auf der Gegenseite verwendet. Dazu fließt das Wasser in Speicher. Es sind fünf übereinander liegende Sparbecken aus Eisenbeton, die sich auf den beiden Längsseiten der Schleusen befinden. 20.000 Fracht-, Fahrgast- und Sportschiffe passieren die Schleuse im Jahr. Die Abfertigung verläuft schnell: Die Schiffe werden in den Kammern pro Minute um einen Meter gehoben oder gesenkt.

Von Beginn des Mittellandkanals bei Hörstel westlich von Osnabrück (Abzweig aus dem Dortmund-Ems-Kanal) bis Anderten – das sind rund 175 Kilometer – ist dies die erste Schleuse. Erst hier muss der insgesamt 325,7 Kilometer lange Kanal auf dem Weg bis Hohenwarthe (Elbe-Havel-Kanal) östlich von Magdeburg einen 17 Meter hohen Kreiderücken überwinden. Zum Bau der Schleuse wurde sogar ein Zementwerk an der Baustelle errichtet. Zusammen mit Eisen, Stahlbeton und Kies wurde so viel Material verbaut wie in einen Güterzug von 450 Kilometern Länge gepasst hätte – von Hannover bis Heidelberg.

Das Betriebsgelände ist nicht zugänglich. Von der Brücke im Verlauf der Lehrter Straße besteht aber ein guter Blick auf die Anlage und den Betriebsablauf.  Am „Tag des offenen Denkmals“, dem jeweils zweiten Sonntag im September, kann die Hindenburgschleuse regelmäßig besichtigt werden. Zu erreichen ist sie mit der Buslinie 370, Haltestelle Hindenburgschleuse oder mit der Stadtbahnlinie 5, Buslinie 125, Haltestelle Anderten, ab dort ca. 700 m zu Fuß über Gollstraße und Sehnder Straße bis zur Brücke an der Lehrter Straße.