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Station 12 - Schleuse Bolzum: "Wo ist Happiness?"

Sie steht zu Unrecht im Schatten der großen Schleuse in Anderten. Doch das 45 Tonnen schwere, schwarze Klapptor gab seit der Eröffnung 1928 jeden Monat immerhin rund 100 Schiffen den Weg frei in den 14,6 Kilometer langen Stichkanal nach Hildesheim. Wenn die neue, große Schleuse nebenan fertig ist und dann Koppelverbände bis 139 Metern Länge 8,50 Meter in ihrer Kammer überwinden lässt, bleibt die alte Bolzumer Schleuse als Denkmal erhalten. Über drei Monitore überwacht der Schleusenwärter von Bolzum aus seinem gläsernen Büro den Schiffsverkehr. Über Funk mit Sätzen wie „Wo ist ,Happiness’?“ oder „Seid ihr leer?“ läuft die Verständigung mit den Skippern. Fünf Schiffe zu Berg, sechs zu Tal, so lauten oft die Einträge ins Protokollheft. Wochentags von 6 bis 22 Uhr, sonnabends bis 16 Uhr wird geschleust. 83 Meter (in Ausnahmefällen auch 85 Meter) lange Schiffe, die höchstens 11,50 Meter breit sein dürfen, passen durch die eine Kammerschleuse. Die Fahrrinne im Stichkanal ist drei Meter tief. Die Zahlen aus der Anfangszeit der Schleuse lesen sich so: 1928 waren es 534 „Fahrzeuge“ in beiden Richtungen, 1930 schon 1170 (1938 war das Schiffshebewerk Rothensee bei Magdeburg fertig mit dem Abstieg zur Elbe), 1950 dann 1819, 1968 sogar 6342.