Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

August 2017
8.2017
M D M D F S S
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Station 4 - Wasserturm erinnert an Zuckerfabrik

Im Jahr 1883 gründete August Bödecker die Lehrter Zucker AG, die seit 1990 Teil der Nordzucker AG ist. Acht Jahre später wurde die noch neue Fabrikanlage nahe der Innenstadte 1998 stillgelegt und abgebaut. Heute erhebt sich noch ein 1912 von Stadtbaumeister Max Huguenin erbauter 45 Meter hoher Wasserturm auf dem ehemaligen Fabrikgelände. Abends tauchen Lampen ihn in blaues und weißes Licht. Rechts vom Eingang erinnert ein Wasseranzeiger mit Drahtseil nach oben an den Wasserbehälter. In ihm war Platz für 250.000 Liter.

Hier, wo lange Zeit die mächtigen Silos der Zuckerfabrik das Stadtbild prägten, öffnet sich heute der Hohnhorstpark mit Boulderwand zum Klettern und Flächen zum Skaten. Er zieht sich am Parkschlösschen von 1919 und einem Fachwerkhaus an Seen und Obstwiesen vorbei bis zum Hohnhorstsee an der Autobahn hin und liefert mit seinen verschiedenen Elementen auf 26 Hektar für jeden Besucher etwas.

Zuckerfabriken wurden als industrielle Großbetriebe angelegt und entstanden in der Region Hannover zwischen 1874 und 1884. Das A und O des wirtschaftlichen Erfolges war die Versorgung mit Rüben. Im Herbst ernteten die Bauern täglich nur eine mit der Zuckerfabrik zur Abnahme verabredete Menge, die noch am gleichen Tag zur Fabrik geschafft wurde, damit die anspruchsvolle Hackfrucht keinen Zucker verlor.

Nach einer gründlichen Wäsche durchliefen die Rüben in der Fabrik die „süße Straße“. Sie wurden zu drei Millimeter starken Rübenschnitzeln geschnitten und in heißem Wasser ausgelaugt. Dabei gaben sie ihren Zucker an das Wasser ab. Dieser Rohsaft enthielt Säuren und Salze, die mit gebranntem Kalk – jede Zuckerfabrik nannte einen Kalkofen ihr Eigen – gebunden und durch die Einleitung von Kohlensäure ausgefällt wurden. Der anschließend gefilterte Saft wurde durch Verdampfen und Kochen reduziert, bis sich erste Zuckerkristalle zeigten. In langen Trögen kristallisierte der Zucker unter ständigem Rühren weiter aus. Große Zentrifugen schleuderten den restlichen anhaftenden Sirup von den Kristallen; Wasser oder Wasserdampf lösten letzte Sirupreste. Der jetzt entstandene Weißzucker wurde durch verschiedene Bearbeitungsmethoden zu unterschiedlichen Zuckerarten umgewandelt. An vielen Stationen im Produktionsprozess erreichten die Temperaturen 50 Grad Celsius und mehr.

Einkehren und Rasten: Alte Schlosserei mit Galerie 
Auf dem Gelände der Zuckerfabrik entstand die Schlosserei bei einer Fabrikerweiterung im Jahr 1952. Das 1999 stillgelegte Haus wurde restauriert und dient seit 2005 als städtische Galerie für die Präsentation von Ausstellungen.  Nebenan befindet sich das Café „my bodega & more“ im Backsteinstil.  Alte Schlosserei 3, 31275 Lehrte, Tel. (05132) 5866835.

Adresse

  • Am Wasserturm 4
  • 31303 Burgdorf