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Station 14 Am Küchengarten - Früher Samt-Weberei, heute Beton

Was für ein Unterschied: Der Blick in die Blumenauer Straße 1901 und heute. Damals zeigte sich dort die imposante Front der Mechanischen Weberei. Sie war 1837 gegründet und 1857 von einer Aktiengesellschaft übernommen worden. Die Weberei stellte baumwollenen Samt her, den Velvet. Er wurde in die ganze Welt exportiert. In der Velvetstraße in Linden-Nord wohnten die Arbeiter. Es gab dort eine eigene Kolonie. Da aber viele Frauen an den Webmaschinen arbeiteten, hatte die Firma schon 1873 eine Krippe für Kinder eingerichtet. Damit galt sie als vorbildlich. Diese soziale Errungenschaft verstärkte den guten Namen, den die Firma weltweit genoss. Lindener Samt war ein Markenprodukt.

Heute steht dort das Ihme-Zentrum, ein städtebaulicher Fehlgriff aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die 1972 begonnene „Stadt in der Stadt“ mit mehr als 66.000 qm Wohnfläche sowie fast so viel für Läden erhielt das zu der Zeit größte gegossene Betonfundament Europas. Jetzt wird mühsam versucht, die Gebäude zu sanieren, die Geschäfte zu beleben und für Menschen wieder attraktiv zu machen.

Der Küchengarten wurde einst von Herzog Christian Ludwig angelegt, der dort ab 1652 Obstbäume, Treibhäuser und Fischteiche für die Versorgung seiner Küche unterhielt. Der Küchengarten-Pavillon von 1744 ging nach einer Phase des Niedergangs durch Nutzung als Schweinestall auf Wanderschaft: Lindener Bürger und Fabrikanten setzten ihn um 1911 auf den Lindener Bergfriedhof um. Dort ist er heute zu bewundern.

Hinweis:
Hier lässt sich gut umsteigen in die Stadtbahnlinie 10 Richtung Limmer/Ahlem. Das ist die Route der Industriekultur „Linden, Leine und Limmer“.