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Bühnen

Die Gezeichneten

Die Stadt Genua steht vor einem Rätsel: Immer mehr Frauen verschwinden aus unerklärlichen Gründen. Darum geht es in Frank Schrekers Oper. Das Stück über verborgene Sehnsüchte und Abgründe ist im Opernhaus zu erleben.

Eine Mann drückt den Kopf einer Frau auf eine Tischplatte. © Thomas M. Jauk

Stefan Adam und Dorothea Maria Marx in "Dialoge der Karmelitinnen".

Das Schicksal und der Verbleib der Frauen bleibt ungeklärt. Die Genueser ahnen nicht, dass hinter diesen Begebenheiten "die Acht" stehen – eine Clique männlicher Sprösslinge von acht bedeutenden Adelshäusern der Stadt. Frank Schrekers Oper "Die Gezeichneten" feierte am 6. April Premiere im Opernhaus. 

"Die Schönheit ist Beute der Starken"

Zügellos leben diese ihre sexuellen Gelüste aus unter dem Motto "Die Schönheit sei Beute des Starken", töten ihre Opfer, nachdem sie ihre Gier gestillt haben. Ihr Refugium ist eine abgeschiedene Grotte auf einer der Stadt vorgelagerten Insel. Unbeobachtet und ungehindert können sie dort ihre Triebe ausleben, denn das Eiland gehört dem einen unter ihnen, der sich nicht an den Verbrechen beteiligt: Alviano Salvago hat diese Insel namens Elysium mit immensem finanziellen Aufwand zu einem Hort absoluter Schönheit und Harmonie gestalten lassen – als Ausgleich zu seiner eigenen körperlichen Hässlichkeit.

"Tragödie des hässlichen Mannes"

Das Libretto zu seiner zu Lebzeiten erfolgreichsten Oper "Die Gezeichneten" schrieb Franz Schreker ursprünglich als "Tragödie des hässlichen Mannes" zur Vertonung für seinen Kollegen Alexander von Zemlinsky – doch je länger er daran arbeitete, desto mehr wünschte er sich, den Stoff selbst vertonen zu können.

Dieser Wunsch ging in Erfüllung und gab Schreker die Gelegenheit, mit subtilster Instrumentation seine gesamte, leidenschaftlich farbige Klangpalette auszubreiten. Sein Fantasie-Genua inspirierte ihn zu sensualistischer Erotik im Kolorit, seine italienisch-belcantohaften Gesangslinien zeigen Menschen, die gezeichnet sind von leidenschaftlicher Lebenslust und inbrünstiger Lebensgier, von der Unterdrückung von Verlangen und vor allem von dem Bewusstsein der eigenen Fragilität.

Uraufgeführt wurde Schrekers Oper im Jahr 1918.

Die Inszenierung am Opernhaus Hannover feierte am 6. April 2019 Premiere.

Termin(e): 30.05.2019 ab 18:00 Uhr
18.06.2019 ab 19:30 Uhr
Ort

Opernhaus Hannover

  • Opernplatz 1
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 20,00 - 69,50 €
Ermäßigt 8,00 - 52,50 €
Vorverkauf:

Produktion empfohlen ab Klasse 11.