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Die Aegi-Hochstraße

Die von Stahlpfeilern getragene Hochstraße über den Aegidientorplatz war eigentlich nur als Provisorium für den Bau der Stadtbahn im Herbst 1968 errichtet worden. Doch Hannovers Autofahrer gewöhnten sich schnell an den kurzen City-Highway, der sie flugs und ohne Ampeln vom Schiffgraben zum Friedrichswall brachte. Fast genau 30 Jahre später, am 17. und 18. Oktober 1998, wurde die baufällig gewordene Hochstraße am Aegi endgültig abgerissen.

Die Übergangs-Brücke

Die behelfsweise errichtete Hochbrücke sollte ihren Dienst ja nur für die Zeit des U-Bahn-Baus unter dem Aegidientorplatz verrichten. Doch schnell erwies sich das Provisorium am Aegi als ebenso praktisch und nützlich wie schon die Hochstraße am Raschplatz, die der damals amtierende Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht nach seinem Wiederaufbauplan einer autogerechten Stadt hatte anlegen lassen: rund 33.000 Autos passierten auf der Übergangs-Brücke täglich ungehindert und in luftiger Höhe den Knotenpunkt zwischen Georgstraße im Zentrum und der stadtauswärts führenden Hildesheimer Straße. Im Winter allerdings war sie oft wegen Glatteis gesperrt. Und zuletzt musste die Überfahrt sogar auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h begrenzt werden, weil an den beiden Fahrbahnen und den eisernen Brückenträgern der Zahn der Zeit genagt hatte. Kurioserweise gehörte die Aegi-Hochstraße in den 1970er- bis 1990er Jahren ebenso zum Stadtbild von Hannover wie das Neue Rathaus neben ihr, gleichermaßen aber wurde die architektonisch wahrlich nicht überaus gelungene Konstruktion als Hindernis und nicht mehr zeitgemäß empfunden.

Freie Fahrt auch ohne Hochstraße

Die Planungen zum Umbau und zur Neugestaltung des Aegidientorplatzes begannen bereits 1996, zwei Jahre vor dem Abriss der ausgedienten Hochstraße. Damals befand sich der Endpunkt der Stadtbahnlinie 10 noch in der Friedrichstraße (auf dem heute das gläserne Gebäude der NORD/LB steht). Durch den Rückbau des Stadtbahn-Haltepunktes und den Abriss der Hochstraße im Herbst 1998 sollte der gesamte Platz offener werden. Bereits im Jahr darauf endete die Stadtbahnlinie 10 an einem neuen Hochbahnsteig am Schiffgraben, und auf dem nun frei gewordenen Platz unter der Brücke wurden zusätzliche Fahrspuren für Autos mit einer separaten Busspur in der Mitte angelegt. In den Jahren darauf erfolgten weitere Baumaßnahmen, die den Verkehrsfluss verbessert und den Aegidientorplatz auch optisch aufgewertet haben.

Vielleicht nicht nach jedem Geschmack, denn manche Visionäre hätten sich auch vorstellen können, Hannovers Mini-Highway zu erhalten – in neuer Funktion als begrünte Fußgängerzone mit Cafés und Kunstwerken nach dem Vorbild der New Yorker Hochbahntrasse „The High Line“ (http://www.thehighline.org/). Doch auch ohne Hochbrücke müssen Autofahrer beim ebenerdigen Überqueren des modernisierten Platzes nicht auf Natur und Kunst verzichten: auf der langgestreckten, Grasbewachsenen Verkehrsinsel in seiner Mitte ragt seit 2006 der „Aegidienwald“ in den Himmel – ein stilisierter Birkenwald aus 28 schwarz-weißen Stangen mit Windsäcken an ihrer Spitze, der von zwei Landschaftsarchitekturstudenten der Leibniz Universität Hannover entworfen wurde.