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Der Brunnen an der Fritz-Behrens-Allee

Majolika-Brunnen

Die Diva unter Hannovers Brunnen hat ihre Bühne gegenüber der Musikhochschule am Emmichplatz. Das kostbare Schmuckstück aus blau und grün schimmernder Keramik mit der weit ausladenden Pflanzenskulptur im spitzovalen Wasserbecken steht seit 1929 auf dem leicht erhöhten Grünstreifen zwischen Fritz-Behrens-Allee und Hindenburgstraße und ist ein Geschenk des Unternehmers Hermann Rese an die Stadt Hannover.

Farbenfrohe Keramik, die an Mallorca erinnert

Hermann Rese war ein kunstverliebter Kaufmann, der gern spendete. Seiner Heimatstadt Hameln stiftete er 1912 den am Münsterkirchhof errichteten Lachs-Brunnen und Hannover schenkte er 1928 den Majolika-Brunnen, der in der Stadt deshalb auch gern Rese-Brunnen genannt wird. Entworfen wurde der malerische Mosaikbrunnen von dem Architekten, Bühnenbildner, Maler und Hochschullehrer Hans Poelzig (1869-1936) und seiner zweiten Frau, der Architektin und Bildhauerin Marlene Moeschke-Poelzig (1894-1985).

Für die Jubiläums-Gartenbau-Ausstellung 1926 in Dresden schuf das Ehepaar ein opulentes Brunnen-Kunstwerk aus blau und grün schimmernder Keramik, die in der staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe nach einer in Spanien und Italien entwickelten und nach der Insel Mallorca benannten Technik hergestellt wurde. Das Ausstellungsexemplar erwarb die Stadt Dresden, den gleichzeitig angefertigten, zweiten Majolika-Brunnen hat Hermann Rese 1927 auf einer Gewerbeausstellung in München gekauft und im Jahr darauf der Stadt Hannover zum Geschenk gemacht. Offiziell eingeweiht wurde der Brunnen mit der expressionistischen Pflanzenskulptur, die manche gern mit einer Artischockenblüte vergleichen, schließlich im August 1929.

Im Winter gut geschützt

Der Majolika-Brunnen ist einer der schönsten Brunnen in Hannover, doch die Diva ist zart und zerbrechlich: die filigrane Keramikoberfläche aus Zinnglasur bekommt schnell Risse und Sprünge und auf der Skulptur und im Becken lagern sich regelmäßig Kalk und Straßenstaub ab. Nach aufwändigen Restaurierungsarbeiten im Jahr 2008 wurde die Anlage 2014 erneut durch eine Spezialfirma für fast 12.000 Euro gereinigt, repariert und poliert. Außerdem bekommt der Brunnen in jedem Winter eine Holzverschalung für rund 6.000 Euro und wird damit bis zum Beginn der Brunnensaison im kommenden April wetterfest „eingekleidet“.