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Wer steht denn diese Uhr?

Okay, diese Frage ist eine Falle. Denn die Sonnenuhr, um die es hier geht, steht nicht – sie hängt. Aber wo?

Bei einer anderen Uhr, die dieses Gebäude beherbergt, hat ein heftiger Sturm 2022 sogar einen Zeiger verbogen. 

Zwei Sonnenuhren sind in den Herrenhäuser Gärten zu finden: im Großen Garten und im Berggarten. Erstmals aufgestellt wurden sie um 1712. Diese Uhr jedoch hängt, wie bereits gesagt – und schon deutlich länger.

Auflösung: Was ist es?

An der Marktkirche hängt im Pfeiler links neben der Tür am Südportal in ca. 3,50 Metern Höhe diese restaurierte mittelalterliche Sonnenuhr mit waagrecht aus der Wand strebendem Schattenstab. Es ist wohl die älteste Uhr Hannovers. 

Wissenswertes über die Sonnenuhren der Marktkirche

Richtig gelesen, es gibt nicht nur eine Sonnenuhr an der Marktkirche. Rechts oben am ehemaligen Südportal ist eine Uhr von 1555 angebracht, geschaffen von Hans Bünting und Arndt Siemerding, deren Initialen an der Uhr ebenso zu finden sind wie das hannoversche Kleeblatt.

Die Sonnenuhr, die deutlich tiefer im Pfeiler daneben angebracht, datiert wahrscheinlich aus der Zeit des Baubeginns um 1347, möglichweise hat es sie schon an der Vorgängerkirche gegeben. Die Uhr diente in längst vergangenen Zeiten dazu, den Beginn der kanonialen Gebete anzuzeigen. Denn als sie angebracht wurde, war unser Tag noch nicht in Stunden eingeteilt, die Uhr zeigt Gebetszeiten an. Alle drei Stunden, beginnend mit 6 Uhr morgens, sollte man Gott anrufen. 

Weggezoomt

Rechts oben im Bild ist die jüngere Sonnenuhr der Marktkirche zu sehen, die ältere ist um unteren Drittel des Pfeilers links neben der Tür zu sehen. Und im Schatten des Baumes ganz links verbirgt sich die Martin-Luther-Statue:

Die Marktkirche in Hannover.