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Museumsjubiläum

Mit Sprengel, aber ohne Schokolade feiern

Mit dem Namen Sprengel verbindet man in Hannover Schokolade und Chaos, aber auch Kunst. Letztere hat mit dem Sprengel Museum ein weltbekanntes Zuhaue gefunden, das 2019 seinen 40. Geburtstag feiert.

Grund genug also, dem beeindrucken Museumsbau am Maschseeufer einen Besuch abzustatten. Gefeiert wird dort gleich doppelt, denn 1969, also vor 50 Jahren, übergab Dr. Bernhard Sprengel seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst der Stadt Hannover und stiftete zusätzlich einen namhaften Betrag zum Bau des Museums. Die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen kamen überein, den Bau und den laufenden Betrieb des Museums gemeinsam zu tragen. Das Sprengel Museum Hannover vereint neben der Sammlung Sprengel Werke des 20. und 21. Jahrhunderts aus dem Besitz des Landes Niedersachsen und der Stadt Hannover. 

Erfrischungsstäbchen und Straßenkämpfe

Bevor der Name "Sprengel" untrennbar mit der modernen Kunst verbunden wurde, machte er Hannover und ganz Deutschland Appetit auf etwas Süßes: Das 1851 in Hamburg-Harburg gegründete Unternehmen "B. Sprengel & Co." zog 1853 nach Hannover und produzierte u. a. 100-g-Schokoladen-Tafeln sowie Erfrischungsstäbchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Sprengel zu dem größten Unternehmen der Branche, doch 1967 stieg ein US-amerikanischer Lebensmittelkonzern in den Familienbetrieb ein und 1979 übernahm Hans Imhoff als Besitzer des Kölner Schokoladenunternehmens Stollwerck das hannoversche Unternehmen von Bernhard Sprengel, einem Nachfahren des Unternehmensgründers.

Das Stammwerk in der Nordstadt wurde nur ein Jahr später geschlossen, stand aber später im Zentrum der sogenannten Chaostage in Hannover. Die Gebäude wurden vom Hamburger Immobilenspekulanten Jensen gekauft, der Abriss und Neubebauung plante. Nach dem Konkurs von Jensens Firma wollte die Stadt das Gelände kaufen und die meisten Gebäude abreißen. Ihr kamen jedoch Besetzer zuvor, die unter dem Motto "Wohnen und Arbeiten in alten Fabrikanlagen" in das Haus der alten Kofferfabrik einzogen. Der Konflikt zwischen Stadt und Besetzern schwelte jahrelang und gipfelte in den hannoverschen Chaostagen Mitte der der 1990er-Jahre.