Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

August 2017
8.2017
M D M D F S S
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Zuletzt aktualisiert:

Hafenstadt Hannover

100 Jahre Leinehafen und Lindener Hafen

Mit dem Bau des Mittellandkanals wurde Hannover nach dem Niedergang der Leineschifffahrt erneut zur Hafenstadt. Im August 1917 eröffnete Hannover den Leinehafen nahezu zeitgleich zum konkurrierenden Lindener Warenumschlagsplatz.

Der Lindener Hafen

Nachdem 1913 die Stadt Linden den Bau des Hafens beschlossen hatte, legte am 18. April 1917 das erste Motorgüterschiff an den neu errichteten Kaianlagen an. Bis zu 16 Schiffe konnten nun gleichzeitig be- und entladen werden. Mit der Anlage des Kanalhafens hatten die Lindener Stadtväter versucht, gewerbliche Neugründungen, die seit den 1890er stagnierten, zu forcieren. In den Stadtteilen Limmer und Linden-Mitte westlich von Hannover bildet er den Abschluss des Stichkanals, der bei Seelze vom Mittellandkanal abzweigt. Die Limmer-Schleuse am Ende der Harenberger Straße hebt das Niveau des Stichkanals um 7,80 m auf die Höhe des Hafenbeckens an.

Durch die Eingemeindung der Stadt Linden im Jahr 1920 nach Hannover wanderte der Warenverkehr vom Leinehafen zum Lindener Hafen ab. Die beiden konkurrierenden Häfen konnten sich zwar in den frühen 1920erJahren noch ergänzen, aber der Leinehafen blieb ohne einen Eisenbahnanschluss immer die schlechtere Alternative zum Lindener Hafen. Dieser wurde in den 1920er- und 1930er-Jahren weiter ausgebaut, um ihn an die Erfordernisse des erhöhten Warenumschlags anzupassen. Im zweiten Weltkrieg wird der Hafen Ziel mehrerer Luftangriffe, der Betrieb konnte jedoch bis kurz vor Kriegsende eingeschränkt aufrecht erhalten werden. Nachdem bis 1949 die Kriegsschäden beseitigt wurden, entwickelte sich eine rege Nachfrage nach Grundstücken und Umschlagsplätzen am Hafen. Ab 1962 übernahm der Hafen- und Bahnbetrieb Linden die Umschlagaktivitäten und Beförderungsleistungen zum neu gebauten Kohlekraftwerk Linden, die erst 1990 eingestellt wurden. Immer wieder wurden Hafen und Bahn im Lindener Hafen um- und ausgebaut und modernisiert, zuletzt wurde er Anfang der 90er Jahre angepasst für Großmotorgüterschiffe. Das Hafenareal umfasst heute 79 ha inkl. der Flächen der angesiedelten Partner und hat sich zu einem der bedeutendsten Speditions- und Logistikzentren Hannovers entwickelt. 

Geschichte des Leinehafens

Der Leinehafen wurde auf Initiative und als Prestigeprojekt des hannoverschen Stadtdirektors Heinrich Tramm Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt. Als Handelshafen für den Warenumschlag per Verschiffung sollte er in wirtschaftlicher Konkurrenz zu dem von der seinerzeit noch selbständigen Industriestadt Linden betriebenen Lindener Hafen stehen. Die technischen Bauwerke entlang einer rund 600 Meter langen Kaimauer begannen kurz hinter dem Zusammenfluss mit der Ihme im heutigen Stadtteil Nordstadt gegenüber Linden-Nord. Da der Leinehafen als reiner Stadthafen gebaut worden war, der nur für den Ortsverkehr gedacht war, wurden die Waren von oder zu den Schiffen nicht über Gleise der Eisenbahn angeliefert, sondern mit Wagen der hannoverschen Straßenbahn. Vom Betriebshof Glocksee führte dazu ein Gleis auf einer Holzbrücke über die Leine. Es wurde 1916 in Betrieb genommen, Mitte der 1920er Jahre wurde der Verkehr eingestellt. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hafenbetrieb offenbar eingestellt, dennoch war der Leinehafen noch bis 1955 auf den Stadtplänen Hannovers verzeichnet. Mit der Anlegung des 1959 erbauten Bremer Damms und der begleitenden Begrünung des Leineufers wurde der Leinehafen endgültig beseitigt.