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Deutschlands höchstes Kino

70 Jahre Hochhaus-Lichtspiele

Zwar gab es schon ab 1928 Filme unter der Kuppel des Anzeiger-Hochhauses zu sehen, doch zu einem richtigen Kino wurde es erst am 6. Dezember 1949.  Es befindet sich 33,88 Meter über dem Straßenniveau im 10. Obergeschoss unter der Kuppel des Anzeiger-Hochhauses am Steintor in der hannoverschen Innenstadt.

Blick durch die Nordmannstraße auf das Anzeiger-Hochhaus © LHH

Blick durch die Nordmannstraße auf das Anzeiger-Hochhaus, 14.4.1945

Provisorischer Beginn als Planetarium-Lichtspiele

Das Anzeiger-Hochhaus ist eines der wenigen Häuser, die die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben. 1928 wurde es von Fritz Höger erbaut und gelangte schon früh wegen seines einzigartigen Baustils zu Ruhm. Bereits im Dezember 1928, knapp ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Planetariums, wurden dort Filme gezeigt. Die provisorische Kulturfilmbühne namens Planetarium-Lichtspiele bot 210 Gästen Platz und war mit einer Kinoorgel der Firma M. Welte & Söhne ausgestattet. An diesem Ort führte z.B. Dsiga Vertov seine experimentellen russischen Dokumentarfilme vor. Am 25. März 1945 brannte das Planetarium aus.

Geschichte der Hochhaus-Lichtspiele

Nach dem Krieg eröffnete Karl Homann am 6. Dezember die Hochhaus-Lichtspiele als "studio für filmkunst" mit 400 Plätzen. Unter der Kuppel lief fortan erlesene Filmkunst, etwa "Die Roten Schuhe" oder Helmut Käutners "Die letzte Brücke". Ulla Jacobsson stellte 1952 persönlich "Sie tanzte nur einen Sommer" vor. Später folgten Filme wie "Das Schweigen" und in den 70er Jahren unter der Direktion von Robert Billerbeck (Weltspiele, Gloria-Palast, Grenzburg) nahezu alle Premieren und Wiederaufführungen der Romy-Schneider-Filme. Seit 1982 gehört das Hochhaus zum "Kino am Raschplatz". Nach einer grundlegenden Renovierung und der Verringerung der Platzzahl zu Gunsten größerer Beinfreiheit hat das Hochhaus 275 Plätze. Seit dieser Zeit gibt es wieder regelmäßig am Sonnteg eine Matiné-Vorstellung wie in den 50er Jahren üblich, gern auch mit Klassikern wie "Kinder des Olymp". Wegen der dringend notwendigen Restaurierung der Kuppel des Anzeiger Hochhauses war am 30. Oktober 2016 der letzte Spieltag im Saal direkt unter der Kuppel. Bis zur Eröffnung eines Interimtheaters in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses Ende November 2016 musste der Spielbetrieb ruhen.

Nach der Restaurierung soll es voraussichtlich ab 2019 wieder Kino unter der Kuppel über den Dächern der Stadt geben. (Quelle: www.hochhaus-lichtspiele.de)