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Am Kröpcke

Giovanni L.

Nach Barcelona hat Giovanni Lasagna 2005 schließlich auch in seiner Heimatstadt Hannover eine Filiale eröffnet. Das Eiscafé am Kröpcke, im Herzen der Stadt, ist eher ein 400 Quadratmeter großer Eiscreme-Tempel auf drei Ebenen, vor dem sich bei Sonnenschein die Warteschlange schon einmal in Richtung der Kröpcke-Uhr ziehen kann. Anfang Januar 2017 wurde der Franchise-Betrieb zweieinhalb Monate für Modernisierungsarbeiten geschlossen. Rechtzeitig zum Frühling ist alles noch etwas farbenfroher und größer als zuvor – das gilt auch für die Eis-Theke, in die nun noch mehr von Giovannis preisgekrönter Eiscreme passt.

Bei Giovanni L. schleckt das Auge mit

Rund 150 verschiedene Eiscreme-Sorten hat Giovanni Lasagna im Laufe der Jahre nach eigenen Rezepturen entwickelt, 30 davon werden vorn im knapp vier Meter langen Verkaufstresen jeden Tag neu arrangiert und mit selbst gemachten Schoko-Ornamenten und frischen Früchten opulent in Szene gesetzt. Unverwechselbar ist auch der Geschmack: die Standardsorten wie Erdbeere, Schokolade oder Vanille zergehen vollmundig und mit leichter Süße auf der Zunge, kompakt und buttrig schmecken Giovannis Schmelz-Spezialitäten wie Erdnuss mit Chili-Schokolade, Mamas Teigschüssel oder Mozart Praline, für pure Erfrischung sorgen Anden Brombeere, Mango-Maracuja sowie die neuen Sommersorten Gin Tonic und Gurke-Minze (Preis pro Kugel 1,30 Euro).

Originell sind auch die Eiscreme-Cocktails wie Gin Fizz Mint (mit Zitroneneis, Gin, Triple Sec, Zitronenlimonade und Minze) oder Piña Colada (mit Vanilleeis, Kokos-Ananas-Saft, Sahne und Rum), für die man sich am besten etwas Zeit nimmt und einen ruhigen Platz sucht auf der mit petrolfarbenen Samt bezogenen Sitzbank unten im Café oder in der lässigen Lounge im Zwischengeschoss darüber. Auch der Himbeer-Becher und der warme Apfel- oder Schokoladenkuchen mit Haselnusskrokant sind eine Spezialität. Sehr ungewöhnlich sind auch die Spaghetti-Eis-Varianten mit Baileys oder exotischem Obstsalat, Frozen Gioghurt mit Erdbeermark auf gerösteten Körnern und der Licor-43- Becher mit Giovanni Lasagnas persönlicher Lieblings-Eissorte Stracciatella.

Mit einem Klassiker zwei Mal Weltmeister

Giovanni Lasagna, der 1972 in Steinhude westlich von Hannover geboren wurde, sei schon als Kind verrückt nach Eiscreme gewesen. Wann immer sein Großvater, der seit 1961 im beschaulichen Örtchen am Steinhuder Meer ein eigenes Eiscafé betrieb, mit einem von Hand angetriebenen Kessel Eiscreme machte – der kleine Giovanni war dabei, half mit und hörte offenbar gut zu, wenn Opa Lasagna ihm erklärte, was es alles für eine erstklassige Eiscreme braucht: Milch, Butter, Fette, Eier, Getreide, von allem nur das Beste aus der Region, dazu frisches Obst und Kräuter aus dem eigenen Garten und im Herbst selbst gesammelte Nüsse und getrocknete Beeren.

Mit diesem Grundrezept und großer Leidenschaft begann Giovanni Lasagna später, seine eigenen Kreationen zu entwickeln und auch mit für Eiscreme ungewöhnlichen Zutaten zu experimentieren: Mozzarella, Rotwein oder Tomate – alles war und ist möglich, solange es richtig gut schmeckt. Ironischerweise ist es dann doch ein typisch italienischer Klassiker gewesen, der ihm 2010 zu einer ganz besonderen Ehre verhalf. Bei der Eis-Fachmesse SIGEP im norditalienischen Rimini trat Giovanni Lasagna gegen 190 Konkurrenten aus 40 Ländern an – mit Pistazieneis, das er mit Olivenöl verfeinert hat. Die Jury bewertete Geschmack, Konsistenz und Dekoration und kürte Giovanni Lasagna zum Eisweltmeister. Am 23. Januar 2014 konnte der smarte Deutsch-Italiener in Rimini erneut den Weltmeistertitel holen, wieder mit seinem Pistazieneis.