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Sonnenauf- und untergänge

Kronsberg

Jung, hübsch und unbekümmert blinzelt die Sonne durch die Blätter der Bäume am Wegesrand und bringt die Landschaft unter ihr zum Leuchten, der noch schattige Pfad auf der schmalen Anhöhe biegt sich der schönen Blonden am Himmel förmlich entgegen und verliert sich dann scheinbar im feuchten Grün der Wiesen ringsum. 

Es ist Sommer, und es ist früh und friedlich. Wer jetzt im Morgentau sich aufmacht, um entlang der blühenden Weiden und Wälder und wundersamen Begegnungen an der südlichen Flanke des Kronsberg zu diesem zauberhaften Platz zu gelangen, der folgt bereits mit jedem Schritt dem beruhigenden Motto für den bevorstehenden Tag: Der Weg ist das Ziel.

Ein Berg, drei Gärten und ein Wal mitten im Grünen

Der Kronsberg ist die höchste von der Natur erschaffene Erhebung in und um Hannover. Eigentlich ist es nur ein fast sechs Kilometer langer Hügelrücken aus Kalkmergel, der sich am südöstlichen Stadtrand zwischen dem Messegelände und dem Bockmerholz 118 Meter über dem Normalhöhennull erhebt – allerdings auch nur dank des künstlich aufgeschütteten, zwölf Meter hohen Aussichtshügels am ursprünglichen Kronsberg-Gipfel. Von dort oben kann man auch sehr gut die drei unterschiedlich gestalteten Parks am Südwesthang des Kronsberg sehen, die von dem Berliner Landschaftsarchitekten Kamel Louafi zur Weltausstellung EXPO 2000 angelegt wurden. Besonders nach Sonnenaufgang, wenn noch alles ruhig ist, lohnt sich der Besuch der 50 Meter breiten und 750 Meter langen "Gärten im Wandel" mit ihren wechselnden Farben und Formen. Viel weitläufiger ist der 24 Hektar große "Parc Agricole", der sich östlich vom Gartenband bis zum am Radwanderweg "Grüner Ring" erstreckt und durch naturschutzgerechte Pflege neue Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten geschaffen hat. Sehens- und erlebenswerte Kunst im Grünen bietet schließlich der 20 Hektar große EXPO-Park Süd mit den vier Himmelstürmen und dem EXPO-Wal am See inmitten landschaftlicher Weite.

Auf dem Weg zum Platz des inneren Friedens

Der rundum verglaste Pavillon in Form eines Wals ist das offizielle Wahrzeichen der Expo 2000 in Hannover gewesen und wird heute als Event-Location für Tagungen, Hochzeiten und Feiern mit bis zu 1.000 Personen genutzt. Die stählerne Flosse der markanten Dachkonstruktion ragt über den kleinen, dreieckigen See davor, der von Regenwasser gespeist wird und an dessen geschwungener Uferlinie sich ein in Terrassen angelegter Wassergarten befindet sowie ein Aussichtssteg in Form eines Schiffsbugs und die vier Himmelstürme auf einer Grasbewachsenen Anhöhe.

Wer in der Morgenröte von den "Gärten im Wandel" über die Brücke am See mit dem EXPO-Wal schlendert, ist auf dem besten Weg, die vielleicht friedlichsten Stunden des Tages zu erleben. Meist sind nur ein paar Spaziergänger unterwegs, die in aller Frühe ihre Hunde ausführen. Auf das schmale Plateau des künstlich angeschütteten Dammbogens auf der linken Seite hinter dem See hingegen verläuft sich zu dieser magischen Stunde kaum jemand, um vom scheinbar extra für diese Gelegenheit geschaffenen Sitzplatz auf einem der massiven Steinobjekte aus schwarzem Olivin Diabas in aller Ruhe und Gelassenheit den Sonnenaufgang über den Alleen und Wiesen im EXPO-Park Süd und den Wäldern dahinter zu genießen und eins zu sein mit sich und der Natur.