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Sonnenauf- und untergänge

Lindener Turm

Auf dem Lindener Berg liegt einem Hannover zu Füßen. 

Vom idyllischen Biergarten sowie von den Holztischen auf der Galerie rund um den über 600 Jahre alten Landwehrturm auf dem Gipfel und auch von der kleinen Aussichtsterrasse auf der Anhöhe dahinter hat man bei klarem Wetter eine grandiose Aussicht über die Stadt bis weit hinaus zu den dicht bewaldeten Zinnen des Höhenzuges Deister im südlichen Westen – inklusive fotogenen Sonnenuntergängen, die in Erinnerung bleiben.

Biergarten mit Weitblick

Mit einer sanften Höhe von 35 Metern (ab Meeresspiegel sind es sogar 89 Meter!) erhebt sich der Lindener Berg über die City von Hannover und ist damit der höchste "Berg" im Stadtgebiet; der Schneiderberg an der Leibniz Universität in der Nordstadt kommt im Vergleich gerade einmal auf fünf Meter! Als Aussichtsturm macht der "Lindener Turm" schon einmal eine gute Figur, als Hannovers höchst gelegener Biergarten vielleicht sogar noch eine bessere – denn passend zur Lage ist auch das kulinarische Niveau der Turmwirtschaft unter den Kastanien und Linden spitze. Das Panorama von dort oben ist sowieso unschlagbar. Wer möchte, kann sogar noch höher hinaus!

Dem Himmel über Hannover noch ein Stück näher

Der denkmalgeschützte Lindener Turm gehörte zu einem der ersten Landwehrtürme, die Hannover ab 1392 umgaben. In den Jahren 1650 bis 1652 wurde der Wartturm zu einer Windmühle umgebaut, die 1927 den Betrieb einstellte. Neben der ehemaligen Mühle stand übrigens schon einmal ein Berggasthaus: der hannoversche Industrielle Johann Egestorff ließ es 1825 vom Stadtarchitekten Georg Ludwig Friedrich Laves erbauen. 1878 musste die Wirtschaft für den imposanten Wasserhochbehälter weichen, der damals die Stadt mit Trinkwasser aus der Ricklinger Masch versorgen sollte. Auf dem flachen Dach des fast zehn Meter hohen Bauwerkes im Stil einer mittelalterlichen Festung (das mit einer Seite direkt an den Biergarten grenzt) lädt die 1968 gegründete Volkssternwarte Hannover jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr zu öffentlichen Himmelsbeobachtungen ein.

Über die Lindener Alpen zum Benther Berg und weiter

Wer angesichts der himmlischen Unendlichkeit lieber noch einen zweiten Blick auf die Schönheit der irdischen Weiten werfen möchte, sollte vom Lindener Berg an der Kleingartenkolonie "Lindener Alpen" vorbei und links in den Christel-Keppler-Weg spazieren, dann rechts in den schmalen Stichweg zur Kolonie "Bergfrieden" einbiegen und bei munterem Vogelgezwitscher im orangeroten Licht der untergehenden Sonne die malerische Abendstimmung über dem Benther Berg am westlichen Stadtrand und den langgezogenen Deister dahinter genießen.

Das blaue Wunder von Linden

Auf dem Weg zurück zum Biergarten lohnt ein Blick über die Mauer auf den denkmalgeschützten Lindener Bergfriedhof. Der 1862 angelegte und 1965 still gelegte Friedhof ist eine grüne Oase der Stille, die jedes Jahr ab Ende März für zwei Wochen ihr blaues Wunder erlebt. In den ersten wärmeren Tagen nach dem frostigen Winter und pünktlich zum Frühlingsanfang erblühen die grünen Flächen rund um die verwitterten Grabsteine zwischen dem historischen Küchengarten-Pavillon, der Friedhofskapelle von 1864 und dem Friedhofsbrunnen aus dem Jahr 1884 und werden von mit einem geradezu magisch leuchtenden Teppich aus Abermillionen kleiner Blaustern-Glocken bedeckt. Auch das ist ein Fest fürs Auge!