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Pausenorte

Ballhofplatz

Der große Platz im Herzen der Altstadt von Hannover ist wie geschaffen fürs Nichtstun mit Niveau.

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Am besten geht das im Liegestuhl mit Tee und Plätzchen beim Jazzkonzert am Samstagmittag. Mindestens ebenso entspannend ist das unentwegte Wasserspiel mit den drei Hohlkugeln im Ballhofbrunnen, der vom Münchener Bildhauer Helmut Otto Schön 1975 geschaffen wurde. Sein "Aquamobile" widmete er dem Komponisten Carl Orff zum 80. Geburtstag. Wenn man genau hinhört, bemerkt man vielleicht auch das sinnliche und mitreißende Crescendo seiner "Carmina Burana". Und wenn man genau hinschaut, dann sieht man in der schmalen Gasse gegenüber auch die 1333 erbaute Kreuzkirche und das lauschige Wohnviertel "Goldener Winkel" dahinter.

So kommt man vom Kröpcke aus hin

Am besten zu Fuß über Georgstraße links in die Große Packhofstraße, geradeaus bis zur Marktkirche, dort rechts in die Knochenhauerstraße und dann links in die Ballhofstraße (ca. sieben Geh-Minuten).

Ein Platz mit bewegter Vergangenheit

Das langgezogene Gebäude, das dem Platz seinen Namen gab, ließ Herzog Georg Wilhelm in den Jahren 1649-64 zur Unterhaltung der feinen Hofgesellschaft errichten. In den Sälen wurden große Feste gefeiert und komödiantische Aufführungen gezeigt, aber auch Federball gespielt. Später dienten die Räumlichkeiten dann als Theater, Konzertsaal und Gaststätte. Nach dem Ende der royalen Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover von 1714 bis 1837 verfiel die Altstadt und entwickelte sich zum Armenviertel der Stadt. In den einst schmucken Fachwerkgebäuden hausten nun kinderreiche Familien unter miserablen hygienischen Bedingungen, und in den dunklen Gassen dazwischen waren Alkoholismus, Kriminalität und Prostitution an der Tagesordnung.

Von Hitlerjugend bis zur Jungen Oper

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden dann in der gesamten Altstadt radikale Umbaumaßnahmen vorgenommen, das Ballhofgebäude zu einem Festsaal für die NS-Nachwuchsorganisation "Hitlerjugend" umfunktioniert und der neu angelegte, große Platz davor für Aufmärsche genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich erhielt der Ballhof wieder seine ursprüngliche Bestimmung der Unterhaltung. Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde unter anderem auch das Opernhaus komplett zerstört. Daraufhin zog das Ensemble in den Ballhof und gab dort 1946 die erste Theateraufführung in Hannover. In den Jahren 1973-74 wurde der Ballhof in ein modernes Kammerspieltheater mit 300 Plätzen umgebaut und 1990 für eine zweite Spielstätte erweitert. Seitdem werden auf den Bühnen im "Ballhof" und im kleineren "Ballhof Zwei" und unterm Dach der Niedersächsischen Staatstheater Hannover moderne Inszenierungen der Jungen Oper und des Jungen Schauspiels aufgeführt.

Jazz und Tango unter freiem Himmel

Auch der Ballhofplatz selbst wird mehrmals im Jahr zur Bühne und lädt zum längeren und wiederholten Verweilen ein: In den Sommermonaten veranstaltet dort der Jazz Club Hannover e.V. zur Mittagszeit am Samstag bis Ende August seine Open-Air-Jazzkonzerte, und zur Tangonacht im August treffen sich Jung und Alt zum Tanzen, Plaudern und Genießen unter freiem Himmel.

 

Im Winter wird der historische Platz mit seinen kleinen Cafés, dem Restaurant und einer Bar in den Fachwerkhäusern dann zur stimmungsvollen Kulisse für das finnische Weihnachtsdorf mit nordischen Köstlichkeiten und Kunsthandwerk, Lappenzelt und Lagerfeuer.