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Pausenorte

Gartenfriedhof an der Marienstraße

Bei schönem Wetter ist der kleine und öffentlich begehbare Friedhof in der Nähe des Aegidientorplatzes ein beliebter Ort der Besinnung und Entspannung.

Bewohner der benachbarten Häuser und Beschäftigte der umliegenden Büros sitzen gern im Schatten der vielen Bäume hinter der Gartenkirche und genießen für eine Weile die friedliche Ruhe im grünen Eck zwischen Marienstraße, Warmbüchenstraße und Arnswaldtstraße. Und wer etwas genauer hinsieht, kann durch die Zeit zurück reisen und viel über Hannovers Stadtgeschichte und den ehemaligen "Rosengarten" entdecken.

So kommt man vom Kröpcke aus hin

Zu Fuß über die Georgstraße und Georgsplatz am Aegidientorplatz in die Marienstraße, nach 240 Metern vor der Gartenkirche links abbiegen (ca. 1 km, zwölf Geh-Minuten). 

Vom einfachen Friedhof zum Grabkunstdenkmal

Am Eingang zwischen Warmbüchenstraße und Arnswaldtstraße informiert eine Tafel in aller Kürze über die Entstehung und Entwicklung des Gartenfriedhofs: "Im Jahr 1741 kaufte der Magistrat der Stadt Hannover ein Gelände außerhalb der Stadtmauern. Als Neuer Kirchof vor dem Aegidientor wurde dieses für die Gemeinde ausgewiesen. Kurz darauf wurde eine Kirche gebaut und 1749 eingeweiht. Sie ist bis heute als Gartenkirche bekannt. Aufgrund des rasanten städtebaulichen Wachstums im 19. Jahrhundert wurden Flächen knapp. Vier innerstädtische Friedhöfe mussten geschlossen und verlegt werden. Dies betraf auch den Gartenfriedhof, der nach einer letzten Bestattung am 8. August 1864 offiziell im Oktober des Jahres aufgelassen wurde. 1887-91 wurde die alte und baufällig gewordene Kirche durch den heutigen Bau nach Plänen des Architekten Hildebrandt ersetzt. Ein bedeutendes Gesamtdenkmal – Der Gartenfriedhof beeindruckt vor allem durch die erhaltenen Grabmale, die zeittypische Dokumente von stadtgeschichtlicher, künstlerischer und kultureller Bedeutung sind. Zahlreiche Persönlichkeiten aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts wurden hier bestattet."

Die letzte Ruhestätte vieler Persönlichkeiten aus Hannover

Zu den prominenten Grabstätten auf dem Gartenfriedhof zählen unter anderem die letzten Ruhestätten von bekannten Persönlichkeiten aus Hannover wie Charlotte Kestner (die am 16. Januar 1828 in Hannover verstorbene Muse Johann Wolfgang von Goethes war das Vorbild der Lotte in "Die Leiden des jungen Werthers"), Caroline Herschel (nach der 1848 beigesetzten Astronomin wurde die auf dem Kopf stehende Nana von Niki de Saint Phalle am Leibnizufer gegenüber der Altstadt benannt) und der hannoversche Maler und Satiriker Johann Heinrich Ramberg (1763–1840).

Wie der Gartenfriedhof zu seinem Namen kam, was es mit den kunstvollen Symbolen auf einigen der rund 400 Grabstätten auf sich hat und wozu der heutige Friedhofszaun früher einmal diente, das lässt sich ausführlich und kurzweilig in der als Download bereit gehaltenen Broschüre nachlesen – am besten auf einer Bank unterm schattigen Blätterdach der vielen Bäume auf dem Vorplatz der Gartenkirche, wo auch eine Bronzetafel die wichtigsten Grabmäler im Überblick zeigt.