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Eimer mit Tapetenkleister © hannover.de

Der Kleister wird angerührt

Made in Hannover

Tapetenkleister

1888 machte Ferdinand Sichel eine epochale Entdeckung, die sofort haften blieb: der experimentierfreudige Dekorateur und Tapeziermeister aus Hannover entwickelte einen patenten Kleister auf der Basis von Pflanzenstärke, mit dem sich Tapeten kinderleicht an Wohnungswände kleben ließen.

Einfach anrühren und fertig!

Jahrelang hatte Ferdinand Sichel (geboren am 29. September 1859 in Hannover) während seiner Lehre kübelweise Tapetenkleister und Malerleim kochen müssen. Ein monotone und mühsame Arbeit, die zudem flott von der Hand gehen musste: wenn die zähe Masse erst einmal abgekühlt war, wurde sie sofort unbrauchbar und die Tapeten verfärbten sich oder fielen wieder von den Wänden. "Das muss einfacher gehen" wird sich der findige Ferdinand wohl gedacht haben – und entwickelte unter Verwendung von Pflanzenstärke als Bindemittel einen haltbaren Klebstoff, der sich mit Wasser leicht anrühren und lange verarbeiten ließ und obendrein noch für den Verkauf gebrauchsfertig abgefüllt werden konnte.

1889 gründet Ferdinand Sichel in der Großen Packhofstraße 39 in der Innenstadt von Hannover das Unternehmen "Arabin-Werk. Chemische Fabrik Hannover". Sein "Sichel-Malerleim M" und der "Sichel-Tapetenkleister SK" werden echte Verkaufsschlager, Sichel muss expandieren und verlegt bereits sieben Jahre später die Produktion in ein neues Werk im damaligen Dorf und heutigen Stadtteil Limmer. Die Geschäfte laufen bestens, die Nachfrage steigt, und mit der Fertigstellung eines Bahnanschlusses und eines Seitenarms des Mittellandkanals in den Jahren 1913/14 direkt vorbei am Werksgelände zum hannoverschen Industriegebiet in Linden können Sichels gefragte Klebstoffe in noch größeren Mengen, kostengünstiger und schneller zu den Kunden in ganz Deutschland transportiert werden.

Sichels Kleister klebt nun auch Kartons und Kunststoff-Fußböden

Die hannoversche Firma Sichel, so ist in einem Wikipedia-Eintrag über Ferdinand Sichel zu lesen "wurde in den 1920er Jahren ein wichtiger Klebstofflieferant für die Fa. Henkel, deren neues Waschmittel Persil zu der Zeit erfolgreich auf den Markt kam und entsprechenden Bedarf an Klebemitteln für die Verpackungen nach sich zog. Als neuartiger Fußbodenbelag war Linoleum auf dem Vormarsch, der für die zuverlässige und dauerhafte Verlegung neue Klebstoffe erforderte, die von der Fa. Sichel entwickelt und geliefert werden konnten." 1962 übernimmt der Düsseldorfer Henkel-Konzern das Sichel-Werk, seit 2011 werden an der nach seinem Gründer benannten Sichelstraße Dichtstoffe statt Kleister hergestellt.

Ferdinand Sichel stirbt am 4. August 1930 in Hannover, sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof im Stadtteil Bothfeld.