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Vortrag & Film: Van Gogh TV

Soziale Medien vor dem Internetzeitalter: Benjamin Heidersberger blickt am 23. August im Medienhaus Hannover auf das Projekt "Van Gogh TV", das erste interaktive Medienformat in Deutschland, zurück.

"Van Gogh TV" war das erste interaktive Medienformat in Deutschland. Hergestellt wurde es vom legendären European Media Art Lab "Ponton" in Hannover, mit dessen Hilfe auch das Medienhaus Hannover seine Internetaktivitäten begann. Benjamin Heidersberger stellt das Projekt vor und zeigt den halbstündigen Videofilm "The documentation" von Utta C. Hoffmann und den Machern des "Van Gogh TV".

Kollektives Medienkunstwerk

Das 1992 zur documenta IX entstandene Projekt der seit 1986 aktiven Künstlergruppe "Van Gogh TV" war ein mediales und kollektives Gesamtkunstwerk: offene Plattform, offenes Atelier, 100-Tage-Performance, manifestiert im Fernsehen. Zugleich war es Vorbote des Übergangs von der Ära des traditionellen Fernsehens über das 1992 noch browserlose Internet zum heute realisierbaren IPTV.

Der Zuschauer als Programmgestalter

Besucher der documenta konnten sich dank der "Van Gogh TV Fernsehmaschine" über Bildtelefone und Kameras, die an verschiedenen Orten in Kassel und in den vernetzten "Piazettas" installiert waren, in die live ausgestrahlten Sendungen der "Piazza Virtuale" einschalten. Der TV-Bildschirm wurde zu einem per Telefontastatur steuerbaren Interface, die Zuschauer wurden zu Gestaltern des Programms und konnten gemeinsam zeichnen, musizieren, chatten und talken.

Riesiges Interesse 

Trotz des aus heutiger Sicht einfachen Interfaces setzte ein solcher Andrang ein, dass Zuschauer sich stundenlang hartnäckig einwählen mussten, um für ein paar Minuten zum Programmgestalter zu werden. Die seinerzeit von der Telekom genannte Zahl von bis zu 110.000 Anrufversuchen pro Stunde bezeugt das breite Interesse an dem Projekt. Die Menschen lockte die Faszination, von zu Hause aus plötzlich sozusagen im Fernsehen zu sein, selber Teil der Regie, des Geschehens zu sein.

Der Referent

Benjamin Heidersberger, geboren 1957, studierte Physik, Biologie und Informatik. Er war 1978 Mitgründer der Künstlergruppe Head Resonance Company (Wolfsburg 1978) und des Ponton-Labs (Hamburg 1989), dessen Geschäftsführer er seitdem ist. Interaktive Medienprojekte (Van Gogh TV, Ars Electronica, documenta) in Europa, USA und Japan. 2000 Gründung des Kulturservers, 2002 des Instituts Heidersberger. Seit 2011 algorithmische Klavierkomposition "Pentatonic Permutations" sowie ab 2017 künstlerischer Leiter des Produktionskunstfestivals der Kulturregion Stuttgart. Veröffentlichungen und Vorträge über Computer, interaktive Medien und Gesellschaft.

Termin(e): 23.08.2017 
von 20:00 bis 21:30 Uhr
Ort

Medienhaus Hannover e.V.

  • Schwarzer Bär 6
  • 30449 Hannover

Eintritt frei
Während der Veranstaltung werden Foto- und Filmaufnahmen gemacht, auf denen die Gäste zu sehen sein könnten. Mit ihrer Teilnahme erklären sie sich mit deren Veröffentlichung einverstanden.